Mi Juni 4th, 2008
“Mythos Germania” – NS Grössenwahn für die Hauptstadt – Architekturausstellung in Berlin
Die Ausstellung “Mythos Germania” - Schatten und Spuren der Reichshauptstadt ist eine Ausstellung, die noch bis zum 31. Dezember 2008 in Berlin, Pavillon Gertrud-Kolmar-Straße 14, (Ecke Hannah-Arendt-Straße) zwischen Topografie des Terrors und dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas zu sehen ist.
Veranstalter ist der Verein Berliner Unterwelten. Die sehenswerte Ausstellung zeigt die Umbaupläne der Nationalsozialisten für Berlin. Im Mittelpunkt stehen die Planungen von Albert Speer, Hitlers Leib-Architekten. Architektonisch waren die meisten Entwürfe für „Germania” banal: Es handelte sich vorwiegend um gigantische Vergrößerungen der bereits in den 30er-Jahren realisierten Bauten in Berlin.
Bildquelle: Verein Berliner Unterwelten e.V. Ausstellung Mythos Germania
Zu sehen ist heute kaum noch etwas. Wie der „Neuen Reichskanzlei“, die zwischen 1935 und 1938 gebaut und in den Jahren von 1949 bis 1951 wieder abgerissen wurde, ist kaum noch etwas im Stadtbild Berlins zu sehen. (Der Marmor der “Neuen Reichskanzlei” wurde unter anderem für den U-Bahnhof Mohrenstraße verwendet.)
Was angedacht war liest sich so ähnlich: Adolf Hitler hatte bekannt geben lassen, wie er sich die Zukunft der deutschen Metropole vorstellte. Hitlers „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt” (GBI) Albert Speer sollte die Stadt mit zwei gigantischen Strassen durchziehen. Der erste Abschnitt sollte eine zehn Kilometer lange Achse von Ost nach West, vom Schlossplatz bis zum Adolf-Hitler-Platz (heute Theodor-Heuss-Platz) sein.
Darüber hinaus sollte eine noch gewaltigere Nord-Süd-Achse durch Berlin schlagen. 120 Meter breit, sollte sie zwischen zwei riesigen neuen gigantischen Bahnhöfen verlaufen, ungefähr anstelle des heutigen Südkreuzes und des Viertels zwischen dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und der Luxemburger Straße in Wedding.
Am bekannntesten ist wohl der Kreuzungspunkt der beiden Achsen. Dort im Tiergarten zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor, sollte das neue Zentrum der nationalsozialistischen Hauptstadt mit dem Arbeitstitel „Germania” entstehen: eine „Große Halle” von 290 Meter Höhe und einem frei tragenden Halbkugeldach von 250 Meter Durchmesser. (damals technisch nicht realisierbar)
Bei den Grössenordnungen ist auch der Reichstag mini und das Denkmäler auseinandergerückt, versetzt und verlegt werden sollten, verwundert dann nicht mehr.
Der Verein Berliner Unterwelten hat in der Ausstellung auch noch die Verstrickungen des NS-Personals in die Völkermordpläne Hilters nachgezeichnet und wie die bestehende Stadt durch Abriss und Menschenumsiedlung weiter “gestaltet” werden sollte.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm wurde ebenfalls auf die Beine gestellt und lässt die Ausstellung zu einem Besichtigungs-Muss werden.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






1 Kommentar to ““Mythos Germania” – NS Grössenwahn für die Hauptstadt – Architekturausstellung in Berlin”
[...] habe ich an dieser Stelle die interssante und sehenswerte Ausstellung Mythos Germania, des Vereins der Berliner Unterwelten [...]
Fr 20. Juni 2008 at 21:28
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