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Mo Juni 24th, 2013

Museum Abtei Liesborn zeigt Barocke Begegnungen – Paule Hammer

Vom 29.06.-1.9.2013 zeigt das Museum Abtei Liesborn über 50 Werke des zeitgenössischen Leipziger Malers Paule Hammer (*1975 in Leipzig) im Dialog mit 15 Meistern der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin.

Bei Paule Hammer vollzieht sich das Malen als Vorgang des Aufschreibens und Sammelns von Überlegungen zu grundsätzlichen Themen. Es entstehen Labyrinthe aus kurzen Ich-Erzählungen, philosophischen Erörterungen, Alltagsbeobachtungen, Träumen und Gedanken. Ihren Horizont und gleichzeitig auch Ausgangspunkt bilden dabei stets Versuche der Selbstverortung: Wer bin ich, was denke ich, wie soll ich mich entscheiden?

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Foto: Kunsthistoriker Mark Gisborn, Paule Hammer, Clemens Meyer, Thomas Rusche

In einem Meer von Einflüssen, Umständen und Wirklichkeiten, zwischen Strudeln aus vermeintlichen Tatsachen und Wissensbeständen sucht Paule Hammer nach stabilen Inseln. Es geht um Orientierung im Kosmos der Möglichkeiten und um begründbare Konsequenzen, die daraus für das eigene Leben zu ziehen wären. In fragmentarischen oder abgeschlossenen Kurzgeschichten aus dem eigenen Leben beschreibt der Künstler Begebenheiten seiner alltäglichen Gegenwart, anhand derer sich ihm aporetische Fragen stellen: Was ist wahr und was falsch, was ist wichtig und was nebensächlich, wo sind Zentren? Die Selbstgespräche werden als aufgemalter Text zu einem schillernden Teppich, aus dem heraus phantastische Bildgestalten wachsen, Monster, Gottheiten oder Wesenheiten, die für das Eigentliche stehen. Zuweilen gerinnt all das auf der Leinwand zu einem komplexen Formzusammenhang, der kaum noch ein Außerhalb kennt. Nicht umsonst lautet ein für mehrere Werkblöcke gefundener Titel Weltenzyklopädie.

In seiner künstlerischen Arbeit erscheint Paule Hammer als getriebener Zweifler und Skeptiker, als Pfadsucher, der sich gegen die Überkomplexität der Gegenwart stemmt. Mit seinen fesselnden Geschichten lotet er seine Rolle in der Gesellschaft und in spezifischen sozialen Umfeldern aus und adressiert dadurch allgemeine Fragen der Sinnsuche und Verortung des Individuums in der Wirklichkeit. Die Bilder fungieren so auch für ihre Betrachter als Spiegelbilder, gedankliche Spielfelder und als Mittel der Selbsterkenntnis. Durch ihren Eintritt in einen Dialog mit den alten Meistern ergeben sich weitere Bezüge, Assoziationen und Deutungsmöglichkeiten sowohl für die alte als auch für die neue Kunst.

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Die Eröffnungsrede hielt der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer.

 

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4 Kommentare to “Museum Abtei Liesborn zeigt Barocke Begegnungen – Paule Hammer”

Öffentliche Führung durch die Ausstellung Paule Hammer | Die Ostwestfalen sagte:

[…] 7. Juli 2013  findet um 15 Uhr im Museum Abtei Liesborn eine Führung durch die Ausstellung Paule Hammer – Werke der SØR- Rusche Sammlung Oelde / Berlin statt. Durch die Schau führt der […]

Mi 3. Juli 2013 at 13:47

Führung durch die Sonderausstellung „Paule Hammer – Barocke Begegnungen“ | Die Ostwestfalen sagte:

[…] dem 04.08.13 findet um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Paule Hammer – Barocke Begegnungen“ – Werke der SØR- Rusche Sammlung Oelde / Berlin  im Museum Abtei Liesborn statt. Durch […]

Fr 2. August 2013 at 12:07

Literarische Zerreisprobe im Bielefelder Literaturcafe | Die Ostwestfalen sagte:

[…] „Das Phantom des Alexander Wolf“ von Gaito Gasdanow. Hellmuth Opitz widmet sich dann dem Roman „Im Stein“ von Clemens Meyer. Zum Abschluss des Abends spricht Harald Pilzer über das Buch „Europe Central“ von William […]

Mi 13. November 2013 at 16:13

Führung durch die Sonderausstellung „Paule Hammer – Barocke Begegnungen“ | Die Ostwestfalen sagte:

[…] dem 04.08.13 findet um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Paule Hammer – Barocke Begegnungen“ – Werke der SØR- Rusche Sammlung Oelde / Berlin  im Museum Abtei Liesborn statt. […]

Mo 8. Mai 2017 at 12:01

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