Do April 2nd, 2009
Morandi trifft Giacometti in Paderborn
Was wie ein modernes Theaterstück klingt, ist ein Zusammentreffen von zwei Künstlern einer Generation, das so vorher nie stattgefunden hat. Giorgio Morandi und Alberto Giacometti sollten schon mal zu Lebzeiten 1956 in Winterthur zusammen ausstellen. Das war aber ein Satz mit x.
Und so hat es gut 50 Jahr gedauert, bis wieder mal zwei Kulturinstitutionen auf die Idee kamen, die beiden großen Unabhängigen der Kunst für eine Ausstellung zusammen zu bringen. Morandi (1890-1964) gilt als einer der wichtigsten Maler Italiens im 20. Jahrhundert . Der Bologneser, der seine Heimatstadt nur selten verließ, ging künstlerisch einen ganz eigenen, kompromisslosen Weg in seinem malerischen Schaffen. Diese innere Unabhängigkeit verbindet ihn mit dem Schweizer Alberto Giacometti (1901-1966), dem wohl wichtigsten und einflussreichsten figürlichen Bildhauer der Moderne.
So sehr sich beide Künstler in ihrer Themenstellung voneinander scheiden – das Schaffen Giacometti ist auf das Motiv “Mensch” festgelegt, Morandis auf Stilleben und Landschaft – , so besteht doch zwischen ihnen eine Parallele im Grundsätzlichen des jeweiligen künstlerischen Konzepts. Hier wie dort wird das Motiv einer fortschreitenden Sichtverengung unterworfen und darin in eine wachsende Isolation zum Umfeld gestellt – bei Morandi in der formalen Reduktion und Zusammendrängung der Gegenstände, bei Giacometti in Überlängung oder Minimalisierung der Gestalt bis zu einem linearen bzw. punktuellen Substrat. Daraus gewinnen die Objekte, die Figuren ihren Zeichencharakter; sie begegnen mit größter Nachdrücklichkeit und sind doch von rätselhafter Unfasslichkeit.
Oh ja, das ist wirklich wörtlich zu nehmen. Sie arbeiten auf eine hochgradige Abstraktion hin – gelegentlich bis zur Grenze völliger Gegenstandsauflösung -, halten aber an Mensch und Ding fest.
Große Kunst und mit über 100 Arbeiten aus allen Gattungen – Gemälde, Plastiken, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken – eröffnet die Ausstellung den so erhellenden wie spannenden Dialog zweier herausragender Einzelgänger des 20ten Jahrhunderts, die sich persönlich nie begegnet sind. Noch bis zum 7. Juni 2009 in der Städtische Galerie in der Reithalle in Paderborn-Schloss Neuhaus zu sehen.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






2 Kommentare to “Morandi trifft Giacometti in Paderborn”
[...] den zeitgenössischen Künstler gehabt hat und noch hat. Die Gegenüberstellung von Giacometti mit anderen Künstlern scheint ein Art Renaissance vor der großen kommenden Ausstellung in Duisburg zu [...]
Do 16. April 2009 at 21:48
[...] Besonders empfohlen sei auch der Besuch der Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Reithalle in Schloss Neuhaus. Hier trifft Morandi auf Giacometti. [...]
Sa 25. April 2009 at 13:41
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