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Di Dezember 7th, 2010

Mondrian und De Stijl in Centre Pompidou in Paris

Bis zum 21. März 2011 zeigt das Pariser Centre Pompidou eine Doppelausstellung zu den Themen Mondrian und De Stijl. Kein Widerspruch, da Mondrian die 1917 gegründete Gruppe Mitte der 20er Jahre verließ, um seine eigene Form der Kunst weiter zu entwickeln.

Die letzte Mondrian-Ausstellung in Paris fand 1969 statt. Das es jetzt wieder mal eine umfassende Retrospektive gibt, liegt an den großzügigen Leihgaben aus Otterlo, Den Haag und New York. Diese erlauben es im Detail nachzuzeichnen, wie sehr die Vordenker der europäischen Avantgarde einander inspirierten. Die Ausstellung nimmt vorallem die Entwicklung Mondrians, der zwischen 1912 und 1938 vornehmlich in Paris arbeitete in den Blick.

Die andere Ausstellung befaßt sich mit der 1917 gegründeten „De Stijl“-Bewegung, die die Macher nicht zu unrecht als „frühe New-Age“ Bewegung auffassen, wie in der Ausstellung deutlich wird. Der Name war für die Impulse der Gruppe eigentlich falsch, da die Mitglieder gerade einen verbindlichen ‚Stil‘ ablehnten. Es ging ihnen und Mondrian um die Vereinfachung in geometrischen Mustern, die Negation des künstlerischen Gestus. In der gleichnamigen Zeitschrift wird das Manifest der Avantgarde vorgestellt – man strebt nach einem Gleichgewicht zwischen Individuum und Universum. Wichtig wird das Ringen um eine formelle Sprache, die kurz nach Kriegsende den Herausforderungen der Industriegesellschaft entspricht und zugleich die Strategie entwirft für die Gestaltung einer neuen sozialen Ordnung möglich werden lässt.

Die ästhetische und soziale Vision einer „totalen Kunst“ ist keine graue Theorie. „De Stijl“ verbindet Utopie mit handfester Produktion. Die Vorstellung von einer allumfassenden Harmonie findet den Niederschlag in Malerei, Skulptur, Möbeldesign und Grafik, in Architektur und Städtebau.

Schön ist, dass in der Ausstellung auch Mondrians legendäres Atelier nachgebaut wurde, von dem Le Corbusier meinte, es sei „ein Gedicht des rechten Winkels“. Mondrian hatte dort seine Farb- und Formprinzipien auf den Raum übertragen: Schreibtisch, Bett, Bilder sind in geometrischer Askese angeordnet, an den weiß-grauen Wänden hängen Farbquadrate in Blau, Gelb und Rot.




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