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Fr Juni 24th, 2016

Martin-Gropius Bau zeigt Fotoausstellung von Berenice Abbott

Ihre Fotografien haben das Bild von New York als Sehnsuchtsort als verwunschene Mischung von Alt und Neu, als Ikone manifestiert. Jeder kennt ihre populären Aufnahmen, obwohl sie lange vergangen sind. Berenice Abbott (1898 – 1991) zählt zu den wichtigen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Sechs Jahrzehnte fotografierte sie. Der Martin-Gropius- Bau widmet ihr nun eine Ausstellung mit rund 80 Aufnahmen. Gezeigt werden ihre berühmten ikonischen Bilder der Serie „Changing New York“, frühe Portraits und ihre Pionierarbeiten als Wissenschaftsfotografin.

Berenice Abbott besucht den Fotografen Atget in Paris mehrfach und kauft von ihm Abzüge. Nach seinem Tod 1927 erwirbt sie etwa 1.500 Negative und 10.000 der im Atelier verbliebenen Abzüge. Auf der Suche nach einem Verleger für ein Buch über ihr Vorbild kehrt sie 1929 zurück nach New York. Ihr ist es zu verdanken, dass Atgets Fotografien einen beträchtlichen Einfluss auf amerikanische Fotografen wie Walker Evans oder Lee Friedlander haben.

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Bildquelle:Berenice Abbott, Flatiron Building, 1938© Berenice Abbott / Commerce Graphics, courtesy Howard Greenberg Gallery, NY.

New York ist ebenso wie Paris im Transformationsprozess. Alte Viertel verschwinden und werden von einer rasant wachsenden Skyline ersetzt. Abbott wendet sich von der Portraitfotografie ab hin zur Dokumentation und bleibt in New York. Sie orientiert sich an Atgets Parisbildern und dokumentiert die sich verändernde Metropole: Zum Bildthema werden Ruinen und Abbruchhäuser, die gleichberechtigt neben neuen Wolkenkratzern stehen, Werbeschriftzüge als Signatur der modernen Großstadt, aber auch Verfall und Armut. Abbott nutzt dabei die Bildsprache der Moderne. Sie bevorzugt einen einfachen, aber dynamischen Stil mit Drauf- und Untersichten, Ausschnitten, starken Kontrasten und dramatischen Kanten. „Changing New York“ nennt sie die Chronik, die zwischen 1935 und 1939 entsteht und die sie in einem Buch 1939 veröffentlicht.

In den 1940er Jahren wendet sich Berenice Abbott der Wissenschaftsfotografie zu und ist rund 20 Jahre als Bildredakteurin der „Science Illustrated“ tätig. Abbott arbeitete bis zu ihrem Tod im Jahre 1991 als Fotografin.
Die Ausstellung im Martin Gropius Bau Berlin startet am 1. Juli und läuft bis zum 3.Oktober 2016.




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