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Fr Januar 29th, 2010

MARTa zeigt Kunst 2.0 – Ausstellung Martin Walde Unken

Eins muss man den kleinen Nationen lassen, ihre Repräsentanten im Kulturbereich werden ordentlich promotet. Bei der kommenden Eröffnung im MARTa Herford anlässlich der Ausstellung Martin Walde „Unken“ wird ein illustres Who is who der Diplomatie und der Kunst aus Österreich anwesend sein. Voll Neid könnte man von „Klassenausflug“ reden, aber das soll den Österreichern erst mal einer nachmachen. Oder den Japanern, die mindestens ihren Kulturattache zu einer Deutschjapanischen Ausstellung in Nordrhein-Westfalen entsenden. Das ist Unterstützung!

Martin Walde kommt eigentlich aus der Zeichnung und hat in den letzten Jahrzehnten Ideen zu plastischen Zeichnungen und Installationen entwickelt, die jetzt sehr raumgreifend im MARTa gezeigt werden.

Ein Hang der bei weiteren Zeichnerinnen der Generation festzustellen ist. Waldes Arbeiten sind poetisch und interaktiv oder web 2.0ig. Die große Steroporwand in die der Besucher Löcher mit Plastikwasserbechern graben darf, die Zündel- und Bastelarbeiten. Alles ist im Tun fast meditativ und indirekt Kunstprojektförderung.

Herrlich subversiv und spielerisch, auch wenn der Künstler zugibt, dass auch er zu einem Opfer der Besucher und der Eigendynamik der Arbeiten werden kann. Menschen aus unterschiedlichen Regionen agieren unterschiedlich mit den gedachten Folgen. Und wenn alles aus dem Ruder läuft muss das Aufsichtspersonal eingreifen. So werden aus anonymen Besuchern und Aufsichten Kommunikationspartner.

Reden hilft auch in dieser Ausstellung, die zwischen interessant, lustig und anarchisch changiert und doch immer wieder ungeheuer poetisch ist. Ein must go im Frühjahr.

Plakat MARTa Herford, Martin Walde, Unken

Noch ein Tipp zu Waldes Installationen: unbedingt länger schauen, da es regelmässig gurgelt, blubbert und zischt.

Wer es nicht aushält, sieht in den Videos filmisch das was er oder sie eigentlich selber erleben kann.

Und die Fimoknetenklötzchen in gelb sind nicht nur Unikate in Serie, sie sind nur bei Walde zu erhalten. Auch das passiert hier, Dinge jenseits ihrer normalen Größe und Form. Abfall oder Fehlproduktion als Künstlermaterial oder Grundmaterial für Kunst im Unikat des aktuellen Ausstellungsraumes.




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