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Mi Oktober 14th, 2009

Markus Lüpertz Hauptwege und Nebenwege in der Bundeskunsthalle Bonn

Jetzt ist sie also gestartet, die große Retrospektive zu Ehren des Künstlers, ach was schreib ich, des “Gottvaters” der Kunst, Markus Lüpertz. Oder mit den Worten von Karlheinz Schmid von der Kunstzeitung zu sprechen: ” … dem Klassensprecher der älteren Erfolgsgeneration …”

Die Bundeskunsthalle zeigt noch bis zum 17. Januar 2010 die Ausstellung Hauptwege und Nebenwege. Wenn man Lüpertz Wesen und seine pseudoadeligen Allüren zugrunde legt, gibt es eigentlich nur Hauptwege, daher ist es erstaunlich, dass dieser Ausstellungstitel zustande gekommen ist.

Lüpertz zählt zu den bekanntesten und einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Nicht um sonst durch seine Rolle als längjähriger Rektor der Kunstakademie Düsseldorf. In Bonn kommt die Ausstellung als Teil einer Reihe daher. Sie ist Folge der großen monografischen Ausstellungen zu Ehren deutscher Maler, wie Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz. Auf etwa 2000 qm wird eine repräsentative Auswahl von etwa 150 Gemälden und Skulpturen des 1941 geborenen Künstlers gezeigt. Man mag ihn und seine Art oder eben nicht, dazwischen gibt es nichts. Daher auch oft die Bezeichnung als „enfant terrible“ und/oder als „Malerfürsten“. Sein Werk umspannt einen Zeitraum von fast 50 Jahren und reicht von der „Anti-Malerei“ nahe der Pop Art der 60er Jahre bis zur Auseinandersetzung mit der klassischen Malerei in den letzten Jahrzehnten.

Bildquelle: Markus Lüpertz Dithyrambe – schwebend, 1964,© Markus Lüpertz, courtesy Galerie Michael Werner Berlin, Köln & New York

Die Ausstellung hat sich zur Aufgabe gemacht, das leidenschaftliche, intellektuelle und vielseitige Schaffen von Markus Lüpertz zu entdecken. Sie präsentiert einen Künstler, der sich nie einer Stilrichtung verpflichtet hat, nie an den reinen Abbildungscharakter der Kunst geglaubt hat und der sich ständig – in eigenen Worten – „auf der Suche nach dem möglichen Bild“ bewegt.

Die Präsentation spannt einen weiten Bogen von der „dithyrambischen Malerei“ s.Bild, mit der Lüpertz Mitte der 60er Jahre Aufsehen erregte, über die „deutschen Motive“ Anfang der 70er Jahre, die abstrakte „Stil-Malerei“, die traumgleichen „Zwischenraumgespenster“, die bekannten “Daphne” – Skulpturen, bis hin zu den in den 90er Jahren entstandenen „Landschaftsbildern“ und den freien, aktuellen Werken aus den 2000er Jahren. Toastbrot schwebend, überall? Da hilft nur ein Besuch vor Ort.

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