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Do Mai 15th, 2008

Mark Rothko in Hamburg – Jongleur der Farben und die grosse Stille

Natürlich ist es Zufall, das die Hamburger Kunsthalle just in der Woche die große Retrospektive von Mark Rothko eröffnet, als ein Kritiker des abstrakten Expressionismus Robert Rauschenberg gestorben ist.

Natürlich ist die Kunst von Rothko ein Ringen um die elementaren Dinge des Lebens. Tiefgreifende Emotionen, religiöses Empfinden fern einer Institutionskirche, wollte Rothko sichtbar machen. Rauschenberg ging es auch ums Schöne und Wahrhaftige aber mit anderen Mitteln. Erstaunlich ist aber, dass der “Magier der Farbe” Rothko am Ende seines Lebens schwarz-weiss malte, Rauschenberg das am Anfang seiner Künstlerkarriere tat.

untitled_1969.jpg Bildquelle:Mark Rothko (1903-1970); Untitled, 1969; Acryl auf Leinwand, 233,7 x 200,3 cm; Collection Christopher Rothko
© 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher; Rothko / VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Die Ausstellung die bereits Anfang des Jahres in München gezeigt wurde, umfasst mehr als 70 Gemälde und etwa 40 Arbeiten auf Papier mit wichtigen Werken aus allen Werkphasen Rothkos. Gezeigt wird eine Vielzahl von Bildern, die noch nie zuvor in Europa zu sehen waren. Die Ausstellung wird dabei maßgeblich unterstützt durch Leihgaben aus dem Besitz der Familie des Künstlers. Der Sohn Christopher ist zur Eröffnung in Hamburg.

Nach seinem frühen Interesse am Surrealismus wandte sich Rothko seit etwa 1946 ganz der Abstraktion zu: In seinen „multiforms”, vielfältig gestaffelten, spielerisch angeordneten Farbfeldern, stellte er die Wirkung der Farben in ihrem Mit- und Gegeneinander in den Vordergrund. In seiner berühmtesten Schaffensphase ordnete er seit etwa 1950 zumeist drei horizontale farbige Rechtecke mit verlaufenden Rändern
übereinander an. Wie kein Künstler zuvor stellte er die Ausdruckskraft der Farbe allein, frei von allen erzählerischen oder figürlichen Elementen, in den Mittelpunkt der Malerei und schuf Gemälde von einer hohen emotionalen Intensität, die bei reduzierter Beleuchtung magisch wirken.

Zwei historische Vorläufer markieren die malerischen Pole, zwischen denen Rothko um seine abstrakte Bildsprache ringt. Auf der einen
Seite steht das romantische europäische Erbe des Malers Caspar David Friedrichs. In dessen Landschaften eröffnen sich dem Betrachter mit Rothkos Bildern vergleichbare persönliche Empfindungs- und Reflexionsräume. Alleine in der Welt, zu zusagen.

Auf der anderen Seite findet sich die Malerei  des Franzosen Pierre Bonnard, dem berühmten Maler der Nabis-Schule, dessen Werk von der sinnlichen Farbenfreude des Mittelmeerraums durchflutet ist und das Bemühen der Moderne um die reine Farbwirkung verkörpert.


Katalog zur Ausstellung

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1 Kommentar to “Mark Rothko in Hamburg – Jongleur der Farben und die grosse Stille”

Emden zeigt Joan Mitchell - Abstrakter Expressionismus vom feinsten | kunstfreunde sagte:

[...] dabei und dann nicht wieder in Deutschland. Die Schau wird nur in Emden gezeigt und lässt die tolle Rothko-Ausstellung in 2009 würdig weiter klingen. Die Ausstellung umfasst 34 zum Teil monumentale Werke. Die [...]

Di 13. Januar 2009 at 23:02

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