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Di Februar 9th, 2016

Manierismus in Frankfurt : Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici

Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari.

Insgesamt 50 Gemälde sowie 81 Zeichnungen, Skulpturen und Exponate weiterer Gattungen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Ausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris.

Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden.

Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert die Sonderausstellung im Städel Museum eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau damit an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an.

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Bildquelle: Schirn: Agnolo Bronzino (1503–1572), Heiliger Sebastian, um 1528/29

Die Präsentation erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses. Zu Beginn widmet sich die Ausstellung „Maniera“ mit Pontormo und Rosso Fiorentino den prominentesten Vertretern der jungen Florentiner Malergeneration. Anhand verschiedener Varianten des florentinischen Bildthemas der „Madonna mit Kind und dem Johannesknaben“ wird deutlich, dass Pontormo und Rosso sich von den künstlerischen Idealen der Hochrenaissance – hier repräsentiert durch Raffael – zunehmend abwenden und dabei bewusst mit den damals geltenden Gestaltungsregeln spielen. Mit dem Bildnis eines Goldschmiedes (um 1518, Musée du Louvre, Paris) erweist sich Pontormo zudem als innovativer Porträtist seiner Zeit. Pontormos Zeichnungen jener Phase sind von einer kaum zu überbietenden Dynamik geprägt. Besonders deutlich wird dies etwa an dem Werk Drei männliche Aktstudien (um 1517, Musée des Beaux-Arts, Lille).

Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016 im Städel Museum Frankfurt




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