KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr Januar 30th, 2009

MAN SON 1969. Nichts für schwache Nerven

Die Ausstellung MAN SON 1969, die in der Hamburger Kunsthalle und dort genauer im Sokelgeschoss der Galerie der Gegenwart  gezeigt wird, ist nichts für schwache Nerven. Der Untertitel “ Vom Schrecken der Situation“, will auch genau das und widmet sich dem Reiz und der Gefahr der Extreme.

Aufhänger, aber in der Ausstellung eher Randfiguren sind historische Ereignisse in Ästhetik und Politik, Lebenskunst und Gegenkultur der 1960er Jahre. Man konnte auch sagen, die 68er.

Das Kuratorenteam hat 37 internationale Künstlerinnen und Künstler  eingeladen die Extreme der Zeit um 1969 aus ihrer aktuellen Warte und vor dem Hintergrund von historischen Gemälden aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle zu behandeln. Daher kommt es, dass dem mittelalterlichen Bild von Christus als Schmerzenmann des Meisters Francke eine neue Videoarbeit einer Schmerzensfrau gegenübersteht.

Utopie, Kulturveränderung und menschliche Niederungen wie Mord, Tod und Gewalt in Machtspielen kommen in den unterschiedlichen Facetten vor. Das Friedliche wird gewalttätig, verliert seine Unschuld und wirft die Frage auf, was schiefgelaufen ist.

manson_logo Bildquelle: Ausstellungsplakat Manson 1969, Hamburger Kunsthalle

Die Mitte des 20ten Jahrhunderts ist u.a. gekennzeichnet durch tabubrechende Liberalisierungen. Der seinerzeit beispiellose Krieg in Vietnam rief große Protestbewegungen in Europa und Amerika hervor, die neben dem politischen Einfluss neue freiheitliche Lebensformen suchten. Für die Kuratoren ist das Jahr 1969 das Zentrum, um das sich starke gegensätzliche Bestrebungen, sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch innerhalb ihrer Protestkultur gruppieren.

Für die Kuratoren ist es daher nicht verwunderlich, dass es auch das Jahr der ersten Mondlandung  war.

These: Alles was wichtig war, passierte 1969.

Die Bildsprache und die verwendeten Materialien sind kein Ausstellungskuschelkurs, sondern an die Nieren gehende künstlerische Auseinandersetzung mit den wesentlichen Dingen des menschlichen Lebens, mit der Idee: “ Wie wollen wir Leben“ angereichert.

Also nichts für schwache Nerven, eher eine Minidocumenta zu einem Thema und das ganz konzentiert.

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3 Kommentare to “MAN SON 1969. Nichts für schwache Nerven”

Fotorealismus in Berlin - Deutsche Guggenheim zeigt picturing america | kunstfreunde sagte:

[…] gab nicht nur Edward Hopper in den 60er oder Manson oder die 1968er. In Amerika fingen mehrere junge Künstler in dieser Zeit damit an, […]

Di 10. März 2009 at 23:28

Künstler im Mittelpunkt - Die große Unschuld | kunstfreunde sagte:

[…] viel Gesellschaftskritik und auch schmunzeln produziert. Eine schöne Ergänzung zu der Man Son 1969 Ausstellung in […]

Do 12. März 2009 at 15:33

Kunsthalle Bielefeld zeigt 1968. Die Große Unschuld | kunstfreunde sagte:

[…] muß man die Bielefelder Ausstellung im Dialog mit der Hamburger Ausstellung “Manson 1969″ sehen. Wobei die These der Hamburger Ausstellungsmacher eher vom Krisenjahr 1969 ausgeht und auch […]

Do 8. August 2013 at 15:53

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