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Di Mai 30th, 2017

Luther und die Avantgarde in Berlin/Wittenberg eröffnet

66 internationale Gegenwartskünstler wie Maurizio Cattelan, Ayşe Erkmen, Jörg Herold, Jonathan Meese, Marzia Migliora, Johanna Reich oder Michael Sailstorfer haben sich für die Schau in Wittenberg mit wegweisenden Ideen und der Bedeutung Luthers (bis) heute auseinandergesetzt und die ehemaligen Zellen, Wärter-Räume und den Gefängnishof zu Ausstellungsräumen verwandelt. 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag und 50 Jahre, nachdem der letzte Gefangene hier eingesessen hat, wird das Gefängnis zum Kunstmuseum auf Zeit und einem begehbaren Plädoyer für Freiheit. Entstanden ist eine höchst ungewöhnliche Präsentation zeitgenössischer Kunst, die den Ausstellungsraum in die Werkkonzepte einbezieht. Viele Arbeiten existieren nur für die Dauer der Ausstellung, da die Künstler unmittelbar auf die Wände oder mit der Architektur gearbeitet haben.
Am heutigen Abend eröffnet um 19 Uhr die Sonderpräsentation von Gilbert & George in der komplett verdunkelten St. Matthäus-Kirche am Berliner Kulturforum. Hier werden die Künstler aus London in den nächsten Wochen mit ihren SCAPEGOATING PICTURES für ein volles Gotteshaus sorgen. Am Sonntag, dem 21. Mai, folgt im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes die Eröffnung der zweiten Sonderpräsentation: In der Kassler Karlskirche nehmen Thomas Kilpper & Massimo Ricciardo Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsthematik. Die indische Künstlerin Shilpa Gupta stellt das Wort ins Zentrum ihrer sinnlich erfahrbaren Installationen.

Luther und die Avantgarde in Gefängnis Wittenberg. Eröffnung

Bild: Vlnr: Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und Sprecher des Kuratoriums, Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Gilbert & George

Der Reformator als Modell für die internationale Gegenwartskunst?
Bis zum 17. September 2017 haben Besucher in Wittenberg, Berlin und Kassel nun die Möglichkeit, die Beiträge der insgesamt 70 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler zu sehen. Die Grundidee der Ausstellung: Martin Luther hat Reformprozesse in Gang gesetzt, die über die kirchliche Erneuerung hinaus die Gesellschaft radikal verändert haben. In diesem Sinne war er Avantgardist. Hier knüpfen die Künstler an und überprüfen wegweisende reformatorische Gedanken auf ihre Aktualität. Sie zeigen Positionen, die nach Veränderung streben, Missstände aufzeigen, für Freiheit, Toleranz und Offenheit eintreten. Das international tätige Kuratoren-Team hat Künstler ausgewählt, die als Seismographen der Gegenwart agieren.




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