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Mo Mai 7th, 2012

Kunstverein Bielefeld zeigt David Adamo und Jenni Tischer

Der Bielefelder Kunstverein zeigt vom 12. Mai bis 15. Juli 2012 eine erste umfassende Einzelausstellung des amerikanischen Künstlers David Adamo in Deutschland. Im Erdgeschoss des Bielefelder Kunstvereins entwickelt Adamo eine räumliche Inszenierung bestehend aus neuen Werkgruppen und architektonischen Eingriffen. Adamo spielt in dieser Ausstellung mit dem Wohnraumcharakter des Ortes, Motiven musealer Präsentation sowie den Größenverhältnissen zwischen Architektur und Objekt. Erstmalig involviert Adamo den Betrachter als elementaren Bestandteil einer sich im Ausstellungszeitraum verändernden, raumfüllenden Bodenarbeit bestehend aus 40.000 Kreidestücken.

David Adamo hat in den letzten Jahren eine eigenständige bildhauerische Position außerhalb des Formalismus entwickelt. Der Künstler ist mit raumgreifenden Installationen aus industriell gefertigten Holzobjekten bekannt geworden. Gehstöcke, Äxte, Baseballschläger oder Hammerstiele bearbeitet der Künstler so lange, bis sie ihrer eigentlichen Funktion beraubt sind. Die angefallenen Holzspäne, die auf dem Boden liegen, umrahmen das Objekt und sind Teil der Präsentation. Adamo arbeitet an Objekten und Situationen, die von Poesie und Absurdität zugleich geprägt sind. Dadurch schafft er bühnenähnliche Raumensembles und Skulpturen, die aufgrund ihrer Symbolik und der verwendeten Materialien eine Vielzahl an Bedeutungen in sich tragen und Erzählungen provozieren.

Der Bielefelder Kunstverein freut sich, der Künstlerin Jenni Tischer ihre erste institutionelle Einzelausstellung ausrichten zu können. Die Ausstellung mit dem Titel »Soliloquy« setzt aktuelle textile Skulpturen und Tuschezeichnungen in Szene, welche die Künstlerin eigens für die Räume im Obergeschoss des Kunstvereins entwickelt hat. Ausgehend von einer raumgreifenden dreiteiligen Rahmenskulptur verbildlicht Tischer in der Ausstellung verschiedene Präsentationsmuster sowie Lesarten von Poesie und Formensprache. In mehrfacher Hinsicht verknüpft sie damit Text und Textur zu einem eigenen visuellen System.

Jenni Tischer setzt sich in ihren skulpturalen Installationen, Aquarellen und Videos mit grundlegenden Gestaltungsprinzipien auseinander, die sie mit einem konzeptuellen Werkansatz verbindet. Sie reflektiert in ihrem Formfindungsprozess auch theoretische Fragen nach kulturellen Bedeutungen und Raumbezügen. Dabei liegt ein wesentliches Interesse der Künstlerin in der Vielfalt erzählerischer Gestaltungsmittel und Kommunikationsformen, denen sie in den Wechselwirkungen von Material, Farbe und Form nachspürt. Für ihre raumbezogenen Arbeiten verwendet Tischer häufig monochrome Textilien, die sie kontrastreich auf eigens hergestellten Holzkonstruktionen, Bildträgern oder frei im Raum arrangiert. Ihre Installationen gleichen damit szenischen Räumen oder Bühnen, deren Objekte zu Projektionsflächen individueller wie kollektiver Vorstellungen werden und einen möglichen Raum der Betrachtung abstecken. Ganz im Sinne des Ausstellungstitels und dramatischen Stilmittels teilt Tischer in Bielefeld ihre Gedankenwelt mit dem Publikum.

Laufzeit der beiden Ausstellungen ist vom 12. Mai bis zum 15. Juli 2012




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