KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mo Februar 11th, 2008

Kunstraub in der Schweiz – Selbes Schema wie Oslo und Nizza

Wer klaut Bilder die unverkäuflich sind und das auch noch in der Schweiz? Wie bereits in Oslo und in Nizza ist es jetzt in der Schweiz passiert. Die maskierten Täter maschierten rein in die berühmte Sammlung Bührle in Zürich. Bedrohten das Personal, anscheinend keine Besucher, weil keine da waren und maschierten mit vier wertvollen Gemälden im Wert von umgerechnet 113 Millionen Euro wieder raus.

Bei dem theoretischen Wert ist es der größte Kunstraub Europas. Die Bilder die sie mitgehen liessen, sind Ikonen der klassischen Moderne. Ein Bild ist von Claude Monet „Mohnfeld bei Vétheuil“, eins von Edgar Degas „Ludovic Lepic und seine Töchter“, eins von Vincent van Gogh „Blühende Kastanienzweige“ und das Vierte von Paul Cézanne der  „Knabe mit der roten Weste“. Alles Bilder die millionenfach abgebildet sind und die jedes Kunst- und Auktionshaus wiedererkennen würde. Auch Galeristen hätten damit kein Problem, daher sind die Bilder unverkäuflich. Entweder wollte jemand die haben, oder es ist ein klassischer Entführungsfall. Vermutlich sind die Arbeiten noch in der Schweiz und werden hoffentlich sorgsam behandelt. Weil die echt schön sind und es schade wäre, wenn sie zu Schaden kämen.

Letzte Woche dann noch zwei Picassos in der Schweiz geklaut. Da hat man den Eindruck, dass entweder der Cervelat-Entzug der der Schweiz droht, zu seltsamen Blüten führt oder die Schweiz mit ihrer Insellage für Kunsträuber ideales Terrain ist.

Wie dem auch sei, schade ist alle mal, das wohl langsam jedes Museum der Welt aufrüsten wird, vorallem bei klassischer Moderne und wir demnächst mehr Munch-Sicherheits-Museen haben werden. Schwellenangst der anderen Art.




3 Kommentare to “Kunstraub in der Schweiz – Selbes Schema wie Oslo und Nizza”

Christian sagte:

Ich weiß, für manche Kunstfreunde sind solche Aussagen immer schwer zu schlucken – aber ich verstehe wirklich nicht, warum von manchen Gemälden immer noch die Originale gezeigt werden. Eine richtig gute Replik ist doch vom Original kaum noch zu unterscheiden – zumindest nicht für den „normalen“ Besucher…

Statt dessen wird immer wieder riskiert, dass sowas passiert. Ein Museum mit ein paar Repliken wäre mir jedenfalls lieber als ein Museum mit flughafenmäßiger Sicherheitskontrolle am Eingang….

Mo 11. Februar 2008 at 18:52

Kunstklau mal anders - Bronzeskulpturen durch Metalldiebe gefährdet | kunstfreunde sagte:

[…] im Handelsblatt vom 17.03.2008 wird über die Gefährdung von Bronzeskulpturen durch Metalldiebe […]

Di 18. März 2008 at 00:00

Kunstraub in Paris – Kunst ist einfach zu haben | kunstfreunde sagte:

[…] dieser Stelle haben wir die letzten spektakulären Kunstraube ja immer mal wieder mit kommentiert. Jetzt hat es also das Pariser Kunstmuseum der Stadt getroffen. […]

Fr 21. Mai 2010 at 21:34

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