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Mi Februar 11th, 2015

Kunsthalle Hamburg erfreut mit Klassischer Moderne

Die Ausstellung Verzauberte Zeit in der Hamburger Kunsthalle präsentiert die historische Sammlung des Schweizer
Ehepaares Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, die zwischen 1906 und 1936 in der Villa Flora in Winterthur eine
beeindruckende Anzahl an Meisterwerken der Kunst des Postimpressionismus zusammenführen konnten. Der Schweizer Maler Félix Vallotton (1865-1925) hatte das Ehepaar zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris in die Kreise der führenden Künstler eingeführt, wo sie schnell Freundschaft mit Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Henri Manguin und später Henri Matisse schlossen. Dank des intensiven Austauschs mit den Künstlern erlangten sie früh ein
tiefes Verständnis für deren künstlerische Ziele und wurden zu leidenschaftlichen und äußerst fachkundigen Sammlern ihrer Werke. Ausgestattet mit einem untrüglichen Spürsinn gelang es ihnen darüber hinaus, wichtige Spitzenwerke der großen Vorreiter der künstlerischen Moderne zu erwerben, darunter Gemälde von Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Auguste Renoir und Edouard Manet. Die Ausstellung zeigt über 200 ausgewählte Werke von
18 Künstlern aus der weltberühmten Sammlung, die nun erstmals in Deutschland zu sehen ist.
Die Postimpressionisten schufen, angeregt von der Kunst des japanischen Holzschnitts, figürliche Werke, die von einer flächigen Raumauffassung, einer außergewöhnlichen Farbintensität und einer neuen Wertschätzung für das Ornamentale gekennzeichnet waren. In ihren Interieurs, Stillleben und Landschaftsbildern waren sie bestrebt, den Moment der Wahrnehmung gleichsam auszudehnen, das Gesehene symbolisch und traumhaft aufzuladen und so
in der Darstellung zu verzaubern.
Die Sammlung von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler zeichnet sich durch die harmonische Geschlossenheit des Ganzen mit ihrem Umfeld in der noch heute existierenden Villa Flora aus. Anhand von Einrichtungsgegenständen, Photos und Originaldokumenten bietet die Ausstellung faszinierende Einblicke in die Villa Flora und lässt diese als einen unvergleichlichen Ort der Kunst, der Künstler und ihrer Sammler wieder erstehen.
Die ausgewählten Werke, darunter 110 Gemälde, stammen aus der Hahnloser/Jaeggli Stiftung, aus bedeutenden Schweizer Museen und von privaten Leihgebern.
Ein eigens für die Ausstellung entstandener Dokumentarfilm (78 Minuten) zur Geschichte des Sammlerpaars und der Villa Flora sowie zwei zeitgenössische Interventionen der Schweizer Künstlerinnen Ursula Palla und Judith Albert ergänzen die Präsentation.
Die Ausstellung wird anschließend in veränderter Zusammenstellung im Musée Marmottan Monet in Paris, im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen sein.
Künstler und Künstlerinnen die mit Arbeiten in der Ausstellung vertreten sind:
Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Giovanni Giacometti, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Aristide Maillol, Edouard Manet, Henri Manguin, Marino Marini, Albert Marquet, Henri Matisse, Odilon Redon, Auguste Renoir, Auguste Rodin, Georges Rouault, Félix Vallotton, Edouard Vuillard und Friedrich Wield sowie die Gegenwartskünstlerinnen Judith Albert und Ursula Palla.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (144 Seiten, 17,90 €) mit wissenschaftlichen
Texten von Angelika Affentranger-Kirchrath, Margrit Hahnloser-Ingold und Daniel Koep zur Kunst- und
Sammlungsgeschichte der Villa Flora. Die Publikation wird im Museumsshop und unter www.freunde-der-kunsthalle.de erhältlich sein.
Ein Audioguide (4 €) gibt an rund 25 Stationen der Ausstellung Erläuterungen und wird von der
Schauspielerin Hannelore Hoger gesprochen.
Auf Twitter wird die Ausstellung unter #VerzauberteZeit begleitend kommuniziert.




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