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So Februar 8th, 2009

Kunsthalle Bielefeld zeigt 1968. Die Große Unschuld

Die Kunsthalle Bielefeld legt mit ihrer neuen Ausstellung 1968. Die Große Unschuld eine Art Reihe auf, die sich künstlerisch mit Umbruchjahren beschäftigt. Beflügelt vom Erfolg der Ausstellung  „1937. Perfektion und Zerstörung“ im Jahre 2008, erforscht die Kunsthalle Bielefeld zum zweiten Mal ein Krisen- und Umbruchsjahr.

Abseits der Studentenrevolten und des globalen politischen Aufruhrs geht es 1968 um einen antidiktatorischen Kunstimpuls. Mehr als 150 internationale Künstlerinnen und Künstler manifestieren in der Kunsthalle Bielefeld Werke der Weltvermessung und Weltveränderung.

1968-coverBildquelle: Kunsthalle Bielefeld, Dumont Verlag, Cover Ausstellung 1968: Die große Unschuld basierend auf: Andy Warhol, Big Electric Chair, 1967 Acryl und Siebdruckfarbe auf Leinen, The Menil Collection, Houston, Geschenk des Künstlers © 2008 Andy Warhol Foundation for the Visual Arts / Artists Rights Society (ARS), New York

„1968. Die Große Unschuld“ stellt von Joseph Beuys bis zu Andy Warhol, von Louise Bourgeois bis zu Lawrence Weiner unschuldig vorgetragene, massiv eingeforderte Korrekturen des tradierten Kunstsystems vor. Die Mehrzahl der Künstler begegnet den hehren Kunstgattungen Malerei und Skulptur mit Misstrauen. Sie will mit Hilfe innovativer Materialien und Konzepte die alten Museumsstrukturen aufbrechen und räumliche Hürden überwinden. „Land Art“-Künstler ziehen in die Landschaft oder zu Orten in den Wüsten aus. Performance-Künstler bewegen und befragen ihren Körper. Vertreter der „Minimal Art“ verzichten auf die manuelle Kunstproduktion und überlassen die Ausführung Fachbetrieben. Die „Concept Art“ verwendet Zahlen, Buchstaben und Gitterformen, Informationen und fotografische Sequenzen. Einige Künstler wollen Schriftsteller, Denker und Wissenschaftler sein. Viele der neuen Werke sollen zur gesteigerten Wahrnehmung und in neue Bewusstseinsräume führen. Unübersehbar ist eine politische und moralische Ironie. „Die Große Unschuld“ gilt dennoch einem Angriff.

Das kreative Ich stellt sich 1968 in den Mittelpunkt.

Eine zeitgenössische Kunstkultur beginnt. „1968. Die Große Unschuld“ analysiert amerikanische, europäische und asiatische Künstler ebenso wie visionäre Architekten am Beispiel von rund 300 Werken.

Eigentlich muß man die Bielefelder Ausstellung im Dialog mit der Hamburger Ausstellung „Manson 1969“ sehen. Wobei die These der Hamburger Ausstellungsmacher eher vom Krisenjahr 1969 ausgeht und auch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zu ihren Eindrücken von 1969 befragt. Ähnliches Thema, andere Herangehensweise.

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3 Kommentare to “Kunsthalle Bielefeld zeigt 1968. Die Große Unschuld”

Fotorealismus in Berlin - Deutsche Guggenheim zeigt picturing america | kunstfreunde sagte:

[…] gab nicht nur Edward Hopper in den 60er oder Manson oder die 1968er. In Amerika fingen mehrere junge Künstler in dieser Zeit damit an, großformatige, […]

Di 10. März 2009 at 23:29

Künstler im Mittelpunkt - Die große Unschuld | kunstfreunde sagte:

[…] weil auf vier unterschiedlichen Ebenen fast alle wichtigen Positionen der Kunst zur Zeit der “1968” vorgestellt […]

Do 12. März 2009 at 15:32

moderne Kunst fan sagte:

Klasse Kunstblog! Heut muss ich mal ein Lob hierlassen. Danke für die informativen Beiträge! Ich komme wieder keine Frage.

So 17. April 2011 at 00:23

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