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Sa August 10th, 2013

Kunstausstellungsprojekt Alfred Flechtheim Kunsthändler der Avantgarde in 15 Museen

15 Museen präsentieren ein gemeinsames Ausstellungsprojekt zum Kunsthändler Alfred Flechtheim und werden ab dem 09.10.2013 eine eigene Website zu dem Projekt freigeben.

Die Laufzeit der Ausstellungen sind zwischen Oktober 2013 und Februar 2014.

Alfred Flechtheim in der Léger-Ausstellung, Berlin 1928, Foto: Atelier Baruck, Berlin

Was verbirgt sich dahinter – zur Person Alfred Flechtheims:

Der Galerist Alfred Flechtheim (1878–1937) gehört zu den bedeutenden Protagonisten der Kunstszene im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Sein Einsatz für den rheinischen Expressionismus, die französische Avantgarde und die deutsche Moderne, die Förderung von Künstlerpersönlichkeiten wie Max Beckmann, George Grosz und Paul Klee haben ihn bereits zu Lebzeiten international bekannt gemacht. Doch die Herrschaft des Nationalsozialismus verändert sein und das Leben seiner Familie drastisch: Im Oktober 1933 muss Flechtheim Deutschland verlassen, als Kunsthändler jüdischer Herkunft wird er öffentlich diffamiert, seine Galerien in Düsseldorf und Berlin werden bis 1935 liquidiert oder von früheren Partnern fortgeführt, noch vorhandenen Kunstbesitz transferiert er ins Ausland, vor allem nach London. Dort stirbt er 1937 im Alter von nur 59 Jahren an den Folgen eines Unfalls. Seine Ehefrau Betty nimmt sich 1941 angesichts ihrer bevorstehenden Deportation das Leben. Die in ihrer Berliner Wohnung verbliebenen Kunstwerke werden beschlagnahmt und gelten als verschollen.

Vor 100 Jahren eröffnete Alfred Flechtheim in Düsseldorf am 9. Oktober 1913 seine erste Galerie. Vorher war er massgeblich mit bei der großen Sonderbundausstellung 1912, die Masstäbe für die Ausstellungspräsentation bis heute setzt, und die 2012 in Köln rekonstruiert gezeigt wurde.

Bis heute haben seine kunsthändlerischen Aktivitäten in zahlreichen Museen Spuren in Form von wichtigen Werken hinterlassen. Die Werke aus seinen Galerien haben die jeweiligen Museumsprofile entscheidend mit geprägt und prägen sie auch noch heute. Nahezu alle großen deutschen und internationalen Museen haben Werke von Ernst Barlach, Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Lovis Corinth, Paul Klee, George Grosz, Oskar Kokoschka, Paula Modersohn-Becker, Wilhelm Morgner, Heinrich Nauen, Max Pechstein, René Sintenis, Edgar Degas, André Derain, Juan Gris, Fernand Léger, Aristide Maillol, Henri Matisse, Edvard Munch, Pablo Picasso oder Paul Signac mit der Provenienz Flechtheim in ihren Beständen.

Es ist das Ziel dieses Gesamtprojektes, die Wege der Kunstwerke in die Museen, das heißt ihre Provenienz und Handelsgeschichte vom Künstler zum Händler und zum Sammler zu verfolgen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf den Zeitpunkt gelegt, zu dem Alfred Flechtheim das jeweilige Werk handelte, sowie auf die Umstände, unter denen das Werk schließlich von der jeweiligen Institution erworben wurde.

Die beteiligten Museen werden deshalb in Ausstellungen und Werkpräsentationen in den eigenen Räumen die Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentieren, welche die Herkunft „Alfred Flechtheim“ aufweisen. Für eine übersichtliche Gesamtschau werden alle Werke, die einen solchen Bezug zur Galerie Flechtheim aufweisen und sich heute in den insgesamt 15 am Projekt beteiligten Museen befinden, in der datenbankbasierten Website www.alfredflechtheim.com erfasst. Alfred Flechtheims außergewöhnliches Wirken als Kunsthändler, der abrupte Bruch in der Biografie, seine damit verbundenen Verlusterfahrungen und das tragische Schicksal seiner Familie sind Anlass ihn mit diesem Projekt zu würdigen.

Folgende Museen sind mit dabei:

Kunstmuseum Bonn 9. Oktober 2013 – 12. Januar 2014,

Kunsthalle Bremen 16. Oktober 2013 bis 16. Februar 2014,

Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund,

Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf 11.10.2013 – 02.02.2014,

Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 08.10.2013 – 12.01.2014,

Städel Museum, Frankfurt,

Hamburger Kunsthalle,13. Oktober 2013 bis 19. Januar 2014

Sprengel Museum Hannover,11. Oktober 2013 – 16. Februar 2014

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe,9. Oktober 2013 – 19. Januar 2014

Museen der Stadt Köln, nur Web

Museum der bildenden Künste, Leipzig, Werkpräsentation

Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München,Pinakothek der Moderne, 24.10.2013 – 19.01.2014

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster,Werkpräsentation im Kloster Bentlage

Staatsgalerie Stuttgart, 10.10.2013 – 23.02.2014

Museum Rietberg, Zürich.




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