KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr Februar 24th, 2012

Kunst für das Seelenheil – Ausstellung Goldene Pracht in Münster

Der Vorteil von historischen und kunsthistorischen Ausstellungen der Gegenwart ist, mittelalterliche Kunstwerke in einer Ausstellung zusammen bringen zu können, die so bisher noch nie, nicht mal in ihrer Entstehungszeit zusammen waren. Auch wenn die Handwerker und Werkstätten in einer Stadt oder einem Gebiet wie Westfalen gar nicht so weit auseinander lagen, das hat es so noch nicht gegeben.

Die Ausstellung Goldene Pracht in Münster, die am Samstag, den 25.02.2012 feierlich eröffnet wird und am ersten Abend von 19.30 bis 22 Uhr bei freiem Eintracht bereits besucht werden kann, schafft wieder eines dieser Ausstellungskunststücke.

Nämlich wunderbare, weltweit einmalige mittelalterliche Objekte der Goldschmiedekunst zusammen zu bringen, die sonst tausende von Kilometern getrennt aufbewahrt werden.

Es handelt sich vielfach um liturgische Stücke, die in Kirchengemeinden, katholischen wie protestantischen zu Hause sind, die ergänzt werden durch Stücke, die mittlerweile Museumsstücke geworden sind. Das macht die Präsentation um so spannender. Auch die Geschichten hinter den Stücken und ihrer Verwendung ist oft spannend wie ein Krimi.

Den beiden Kuratoren Petra Marx und Holger Kempkens ist eine in sich stimmige und durch die beiden Partner Bistum Münster und Landesmuseum Münster sehr prominente Ausstellung mit ebenfalls interessanten Ausstellungsorten gelungen. Das was der weltliche Arm ausleihen konnte, war begrenzt, genau so wie der des Bistums, so dass sich beide Partner ideal ergänzen. Dinge die jetzt in Münster zu sehen sind, wären für jeweils nur einen Beteiligten nicht erreichbar gewesen.

Dabei kamen Spitzenkunstwerke der Superlative zusammen. Oft einzigartig, selten kleine Serien und immer von Meistern der Goldschmiedekunst angefertigt. Diese hohe Qualität färbte in alle anderen Kunstgattungen ab, so wie die Geschichte der Herzebrocker Mariendarstellung, von Johann von Soest zeigt. Ursprünglich war das auf Eichenholz gemalte Bild das Mittelteil des Altarretabels der ehemaligen Klosterkirche Herzebrock, die heute in der National Gallery London aufbewahrt wird und die jetzt für die Ausstellung nach Westfalen zurück kommen konnte. Oder der Barbarossakopf aus Cappenberg, oder der Marienschrein aus Tournai, der erstmal seit Jahrzehnten wieder reisen durfte, oder der Prudentia-Schrein aus Beckum, den die Bürgerschaft des westfälischen Städtchens stiftete.

Über 300 Objekte, 240 davon aus aller Welt geliehen werden in Münster an zwei Standorten gezeigt. Wie die Bedeutung von Gold und Edelsteinen für die Menschen im Mittelalter war, wird in der Ausstellung deutlich. Dort wird gleich am Anfang die Fragen nach dem Edelmetal beantwortet. Für das Seelenheil der Menschen, die davon ausgingen, das sie für ihre Sünden, zur Rechenschaft gezogen wurden, waren die Stiftungen Ausdruck ihrer Frömmigkeit und der Hoffnung, dass mit den kostbaren Stiftungen Teile des Sündenregisters erlassen und vielleicht doch das Himmelreich erreichbar war. Dabei war auch die Kostbarkeit und die Besonderheit der Stücke wichtig.

Auch das Design der Ausstellung ist stimmig zu dem vielen Glanz, so dass der Ausstellungsbesuch ein echtes Highlight der neuen Ausstellungssaison ist.Die Ausstellung Goldene Pracht ist bis zum 28. Mai 2012 in Münster zu sehen.

Bildquelle: Die beiden Macher und zwei Verantwortliche Gerd Althoff (Uni Münster), Holger Kempkens, Petra Marx, Staatssekretär Schäfer, Wolfgang Kirsch (LWL-Chef)

Hier der tolle Film zur Ausstellung:




1 Kommentar to “Kunst für das Seelenheil – Ausstellung Goldene Pracht in Münster”

Westfalen ein Zentrum der Goldschmiedekunst – Ausstellung Goldene Pracht in Münster | Die Ostwestfalen sagte:

[...] Ausstellung die das möglich macht heißt Goldene Pracht und zeigt vom 25.02 bis zum 28.05.2012 diese Kostbarkeiten in Münster. Für alle Freunde [...]

Fr 24. Februar 2012 at 01:28

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