KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr Juli 20th, 2007

Konstantin – Auf Besuch bei der alten Dame Trier

Porta Nigra TrierDer Fuss des Konstantin 6 Mal in Trier zu sehenAusstellungsplakat Konstantin

In der ältesten Stadt Deutschland wird noch bis zum 04. November 2007 die Ausstellung Konstantin der Grosse gezeigt.

Trier selber ist schon eine Reise wert, mit den würdigen romanischen und gotischen Kirchen und seinem reichen Erbe an römischen Bauwerken, die Porta Nigra müsste ja jeder kennen,…

Jetzt haben sich ganz viele Institutionen und Museen diesseits und jenseits der Grenzen zusammen gefunden, um den römischen Kaiser Konstantin in einer Ausstellung zu würdigen, bzw. sich mit ihm zu beschäftigen. Mit im Boot ist die Kulturhauptstadt 2007 Luxemburg und die Grossregion, so wie das Land Rheinland-Pfalz.

Wenn wir sonst nichts anderes zu tun haben, wird sich der eine oder andere denken, zumal Konstantin ja schon schlappe 1700 Jahre tot ist, aber weit gefehlt.Einmal kann man beim Besuch der wirklich gut und fundiert vorbereiteten Ausstellung feststellen, das es damals schon Probleme, Denk- und Handlungsweisen gab, die uns heute nicht so unbekannt sind. Dann kommt dazu, das Konstantin „Schuld“ an der Entstehung des christlichen Abendlandes ist. Er machte das Christentum als Religion durch seine Taufe erst mehrheitsfähig und führte den Sonntag als arbeitsfreien Tag ein. Auch viele wichtige, große und bekannte Kirchen wurden von ihm gegründet. In Trier selbst, die Bischofskirche, St. Peter und der Lateran in Rom und noch ein paar der großen frühchristlichen Gotteshäuser.Die Ausstellung ist an drei Orten im Trierer Stadtzentrum untergebracht. Gut fußläufig zu erreichen, liegen die drei Museen dicht bei einander. Auch die weiteren ehemals römischen Bauten in Trier, wie das Amphitheater, die Kaiserthermen und die Basilika sind fußläufig erreichbar.Wichtig ist bei einem Besuch, auf jeden Fall im Rheinischen Landesmuseum anzufangen. Dort gibt es den Überblick über Geschichte und Idee der Ausstellung, die hilfreich ist, wenn man mit der römischen und christlichen Geschichte nicht so vertraut ist. Dort gibt es auch die Nachbildungen der Konstantinsstatue, die in Rom zu Hause ist zu sehen. Viele Exponate sind dort zu Hause und werden jetzt in einem opulenten Zusammenhang mit Repliken und ausgeliehenen Originalen gezeigt. Toll die Elfenbeinkamees und der Prunkhelm aus Bulgarien!Von dort aus, geht’s weiter über die Basilika, (heute Ev. Kirche, ohne Eintritt, aber ab und zu mit Gottesdienst) zum Bischöflichen- und Diözesanmuseum. Dort geht’s um Konstantin und die Christen. Natürlich kommen die unvermeintlichen Münzen, aber auch eine frühchristliche Zimmerdecke, die in 25jähriger Kleinarbeit wiederhergestellt wurde! Spannend den Film und das Ergebnis zu sehen. Dafür alleine hat es sich dort schon gelohnt. Und zum Schluss ins Stadtmuseum Simeonstift an der Porta Nigra. Dort geht’s um die Rezeptionsgeschichte, auch ganz nett zu sehen. Dort sind noch versteckt ein paar tolle Stücke, wie das Kamee der Familie Konstantins zu sehen. Die Audioguides, die kostenlos an jedem Ort verliehen werden sind für „Grosse“ aber auch für „Kleine“ besprochen. Eine schöne Idee. Was nicht so einleuchtend ist, ist die Katalogpolitik. In der Ausstellung ist er reichlich für 24.90 Euro zu haben. Im Buchhandel angeblich für 34,90 Euro mit einem Gutschein für eine Eintrittskarte, aber da er vergriffen ist und die Neuauflage 44,90 Euro kosten wird, kann man nur den Kauf vor Ort empfehlen. So schwer das er nicht tragbar ist, ist er nicht, es sei denn, man möchte den zweiten Kommentarband noch haben. Aber das geht auch so.




2 Kommentare to “Konstantin – Auf Besuch bei der alten Dame Trier”

Grandioses Finale bei Konstantin der Grosse in Trier | kunstfreunde sagte:

[...] soll noch einer sagen, dass alte Damen keinen Freundeskreis mehr [...]

Di 11. Dezember 2007 at 00:16

Das Portrait für die Ewigkeit - 100 Menschen 100 Köpfe von Tilmann Krumrey | kunstfreunde sagte:

[...] dazu oft zu Klump gehauen wurden. Bei Kaiser Konstantin z.B. ist bei der Trierer Ausstellung “Konstantin der Grosse” computeranimiert der Rest des erhaltenen Kopfes aus den Kapitolinischen Museen erstmals wieder [...]

Mi 30. Januar 2008 at 21:52

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