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Mo September 7th, 2009

James Cook und die Entdeckung der Südsee in der Kunsthalle Bonn

James Cook und die Entdeckung der Südsee heisst die Ausstellung die in der Bundeskunsthalle Bonn noch bis zum 28. Februar 2010 zu sehen. Zwar ist das eine historische oder ethnologische Ausstellung aber auch ein kunsthistorische und das ist mit den Beständen aus Göttingen wirklich sehenswert.

Inhalt sind die Ergebnisse der Entdeckungsfahrten des britischen Seefahrers und Entdeckers James Cook (1728–1779). Er unternahm drei Expeditionsreisen (1768–1779/80) in die damals noch unbekannten Weiten des Pazifischen Ozeans. Ihm gelang es erstmalig, Neuseeland, Australien und die Inselwelt der Südsee zu kartographieren. Damit vervollständigte er unser neuzeitliches Bild von der Erde und widerlegte die Vorstellung von einem mythischen Südkontinent.

01_cook185Bildquelle: Kunsthalle Bonn, Nathaniel Dance, Captain James Cook (1728-1779) London 1776,© National Maritime Museum, Greenwich, London

Der Akzent der Ausstellung liegt auf der europäischen Perspektive auf die außereuropäischen Welten. Es ist ein zentrales Anliegen, Ergebnisse aus den Forschungen zur Naturgeschichte, Seefahrtsgeschichte, Kunstgeschichte und der frühen Ethnologie miteinander im Geiste der Aufklärung des 18. Jahrhunderts zu verknüpfen und erstmals interdisziplinär zu präsentieren. Mit Cooks Vordringen in die Weiten der Südsee veränderte sich das abendländische Weltbild, mit ihm begann im Zeichen aufklärerischer Fortschrittsgläubigkeit ein Aufbruch in die europäische Moderne. Cook und den Naturforschern, Gelehrten und Zeichnern, die an seinen drei Reisen teilnahmen, verdanken die Europäer die ersten systematischen und verlässlichen Kartenwerke, die frühesten umfassenden Studien zum geologischen Aufbau der pazifischen Inseln und zu ihrer Flora und Fauna. Ferner wurden in einer vorher nicht gekannten Weise die Begegnungen mit den Menschen „am anderen Ende der Welt“ minutiös beschrieben und bildlich dokumentiert.

Die Ausstellung erzählt mit 550 Exponaten von den Reisen des James Cook und seines internationalen Wissenschaftlerteams. Zum ersten Mal werden in Bonn die von den Cook-Reisen mitgebrachten ethnographischen und naturhistorischen Objekte aus den verschiedensten pazifischen Kulturen wieder zusammengeführt, nachdem sie bereits Ende des 18. Jahrhunderts in frühe völker- und naturkundliche Sammlungen in ganz Europa verstreut worden waren. Hierbei ist erstmals eine Kooperation zwischen den wichtigsten britischen ethnographischen Sammlungen in London, Oxford und Cambridge und den Sammlungen im deutschsprachigen Raum – allen voran Göttingen, Wien und Bern – sowie anderen Museen weltweit gelungen.

Noch bis zum 28. Februar 2010.




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