Sa Juli 18th, 2009
Internationale Ausstellungen z.B. Karl der Kühne in Bern, Brügge und Wien
Seit dem 25. April 2008 tourt die Ausstellung Karl der Kühne – Glanz der Burgunder durch Europa. Von Bern nach Brügge (dort noch bis zum Nationalfeiertag dem 20.07.09 zu sehen) und im September 2009 dann in Wien.
Thema ist ein spätmittelalterliches – die Geschichte des Burgunderherzogs und Flandernbeherrschers Karl dem Kühnen, der von 1433 bis 1477 lebte, drei Ehefrauen verschliss und dessen Ende so blutig wie dramatisch war.
Bildquelle: Screenshot Ausstellung Brügge
Seine Tochter heiratete den Erzherzog und späteren Kaiser Maximilian und war Oma des späteren Kaisers Karl dem V., der von 1500 bis 1558 ein Reich beherrschte, in dem die Sonne nie unterging. Soweit die Historie in Kurzfassung.
Was die Ausstellung sehenswert macht, sind viele Preziosen und künstlerisch tolle Werke aus der Zeit des 15. Jahrhunderts, da Karl wie kein Zweiter mit der Pracht des Hofes, seine eigenen Ziel untermauern und quasi medial in Szene zu setzen verstand. Jan van Eyck malte für ihn einige seiner besten Werke die z.T auch in der Ausstellung präsentiert werden. Weiter sind die bis heute in der Burgunderbeute erhaltenen Tapisserien gigantische und tolle Meisterleistungen und immer wieder wird in der Ausstellung viel Gold und Samt in profaner wie liturgischer Kleidung verarbeitet gezeigt. Eine umfassende Leistungsschau des 15. Jahrhunderts sozusagen.
Trotz der Klasse der Ausstellung ist allerdings bei der Durchführung der Schau doch etwas deutlich geworden, dass es nicht mehr um wissenschaftliche Präsentation geht, sondern um die Inszenierung einer Idee, die, weil teuer, viele Besucher braucht. Schön und gut, aber dann ist die Darstellung doch als fast grenzwertig zu bezeichnen.
Die Besucher werden erstmal von den Machern als extrem sehstark eingeschätzt (kleiner dreisprachiger Text, obwohl Platz auf den Tafeln wäre) und darüber hinaus auch für wohlhabend gehalten. Oder für sehr gelehrt, weil sonst machen die Ausstellungsleittexte von der Qualität ” Die Burgunder waren die Trendsetter ihrer Zeit” wenig Sinn. Jedenfalls ist man als “normal interessierter” Besucher, der in die Ausstellung geht, weil er oder sie mal was von den Burgundern gehört hat, ohne den zusätzlich kostenpflichtigen Audioguide aufgeschmissen.
Die Objekttexte sind derart klein und dann in drei Sprachen, dass es bei mehreren Besuchern kaum möglich ist an das Objekt zu treten und zu lesen. Dann ist es wegen der konservatorischen Sicherheit relativ dunkel, so dass die großen Leittexte dekorativ hoch an der Wand angebracht wichtig wären, aber auch dort wird Inhalt der modernen Sprache geopfert. Schade, da es immer wieder auch Animationen gibt, die komplexes Erklären, aber das auch nur wenig und dann wieder, man ahnt es, sehr klein (Bildschirmdiagonale 37 cm).
Bei dem Thema Karl der Kühne hätte man sich mehr Kühnheit im Sinne der Besucher versprochen, die Objekte sind jedenfalls so stark, dass es möglich gewesen wäre, aber vielleicht ist diese Zusatzfinanzierung durch Medienverkauf und -verleih einfach wichtiger, als der normal zu erfahrende Inhalt.

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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






2 Kommentare to “Internationale Ausstellungen z.B. Karl der Kühne in Bern, Brügge und Wien”
[...] Seine Tochter heiratete den Erzherzog und späteren Kaiser Maximilian und war Oma des späteren Kaisers Karl dem V., der von 1500 bis 1558 ein Reich beherrschte, in dem die Sonne nie unterging. Soweit die Historie in Kurzfassung. Mehr finden Sie unter kunstfreunde-blog.de [...]
Fr 24. Juli 2009 at 12:18
Hey,
super Beitrag…habe ich wirklich sehr gern gelesen…Danke…..
LG
Sabine
Mi 29. Juli 2009 at 14:48
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