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Mo Juli 16th, 2012

In Zürich werden alte Meister und neue Meister gezeigt „Deftig Barock“

Die Ausstellungspräsentationsidee die alte Meister zusammen mit ganz modernen, zeitgenössischen Arbeiten zeigt wird in den letzten Jahren immer intensiver verfolgt.
Das Kunsthaus Zürich hat jetzt eine Ausstellung entwickelt, die Arbeiten von großen Nummern der aktuellen Kunstszene mit alten Meistern mischt.

Unter dem Titel „Deftig Barock. Von Cattelan bis Zurbarán. Manifeste des prekär Vitalen„. Wird dem 17ten Jahrhundert in seiner eigenen Sprache das Wort gegönnt. Unter «deftig» versteht man im 17. Jh. «tüchtig, stark, kräftig, solide». Es führt in den niederländischen Sprachraum, in dem der Aufstieg nach dem 80jährigen Freiheitskampf gegen die Spanier, mit der nationalen Eigenständigkeit endete und die sprichwörtliche holländische Geschäftstüchtigkeit Reichtum ins Land brachte. Deftig wird für die Schweizer die Direktheit und Lebensnähe der ausgestellten Werke wirken. Tod und Leben und das Wissen um die Verantwortung spätestens beim jüngsten Gericht für die weltlichen Verfehlungen, Sinnenfreude und Frömmigkeit, Lebenslust und Verantwortung gingen im 17. Jh. ineinander über. Heute wird der Begriff deftig im Sinne von «drastisch, saftig» genutzt und lässt das Prinzip der konfrontativen Begegnung der Werke aus zwei weit auseinander liegenden Epochen in der Ausstellung wirken.

Der Barock wird mit Dynamik, Sinnenfreude, Verschwendung, mit dem Theatralen gleichgesetzt, mit der Abkehr von der ruhigen Feierlichkeit der klassischen Formen, aber auch mit einer Epoche der Instabilität und der zerbrechenden Ordnungen und der Lebensbedrohung wohin man schaut. Die Ausstellung soll auch daran erinnern, dass die Kunst des Barock erst seit den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts ihre unangefochtene Wertschätzung erfährt – wie im Übrigen so oft –, veranlasst durch Kunsthistoriker, die aus einer gewissen Nähe zur Kunst ihrer Zeit den Blick auf die Vergangenheit wagten. Es war Erwin Panofsky, der im Barock «den Sieg des Subjektivismus» begründet sah, «der das Leiden und den Humor gleichermassen zum Ausdruck bringen will».

Die Ausstellung „Deftig Barock. Von Cattelan bis Zurbarán. Manifeste des prekär Vitalen“ ist noch bis zum 2. September 2012 im Kunsthaus Zürich zu sehen.




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