KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr Januar 29th, 2010

In Hamburg scheint das Labor für Deutschland zu stehen

Klientelpolitik, Kunst versus Kommerz, Verödung von Stadtquartieren, Künstlerinitiativen für Belebung von Stadtquartieren, Massengeschmack gegen Kunstinteressen.

Nicht erst seit der Debatte um das Gängeviertel ist Hamburg immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Direktdemokratie durch Volksabstimmungen, Künstlerinitiativen, die Jahrzehnte Betonburgen nutzen (s. Skam.org) und dann doch weichen müssen, StreetArt und Offszene und immer wieder Konflikte für und gegen Neubebauung, Sanierung und Veränderung der Bewohnerstruktur durch Finanzpolitik.

Jetzt ist die Kampagne “Das Leben ist kein Möbelhaus” durch Volksentscheid unterlegen und die Künstler im ehemaligen Karstadt (-beton)-Haus die auch unter www.Frappant.org zu finden waren werden die Räume verlassen müssen. Bevor es so weit ist, wird noch mal der Hammer geschwungen. Nicht als Abrissinstrument sondern der Auktionatorenhammer des Künstlers und Kunstauktionators David Beavan, der für die Berufskolleginnen und -kollegen deren Kunstproduktion an die Sammlerin und den Sammler bringen will. Hier werden ganz ohne renommierte Auktionshäuser Strukturen entwickelt, die die Streetart und zeitgenössische Kunst unter die Menschen bringt, die sie schätzen und die die neuen Sammlergenerationen darstellen. Und Künstler wie David Beavan schaffen für andere Künstlerinnen und Künstler Raum. Für Öffentlichkeit, für Interesse und für die Rezeption von deren Arbeiten.

Ob und wann einer der Beteiligten die Millionenbörsen erzielen wird ist nicht offen, aber das Potential ist da und die Distributionswege sind andere, als früher. Auktion 3.0 in Zeiten des web 2.0 mit der Wirkung des realen 4.0. Weil erstmal nur das hier und jetzt zählt und was kommt wird anders sein, als wir heute denken. Und da kann die auktionierte Kunst von heute, morgen schon Legende sein.




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