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Do Juni 11th, 2015

Hirschhorns Ruinen in Bremens Kunsthalle

Konzeptkünstler Thomas Hirschhorn (*1957 in Bern) richtet ab dem 5. September 2015 eine Ausstellung in der Kunsthalle Bremen ein. Sein neues temporäres Projekt in Bremen wird seine derzeitige intensive Beschäftigung mit dem Themenkomplex der Ruine mit dem spezifischen Ort der Kunsthalle Bremen und der Sammlung des Hauses verbinden.
Dafür verwandelt er die historischen Räume der Großen Galerie in ruinenhafte Orte, in die er zentrale Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen integriert.

AB_02_preview Bildquelle: Thomas Hirschhorn, Abschlag, 2014, ‚Manifesta 10‘, General Staff Building, Hermitage Museum, St Petersburg, 2014 Courtesy: the artist / Manifesta

In seinen jüngsten Arbeiten hat Hirschhorn die Idee der Ruine erforscht und als Zustand greifbar gemacht, in dem
zuvor Verborgenes sichtbar wird. Hirschhorn zeigte beispielsweise in „Abschlag“ im Rahmen der Manifesta in
St. Petersburg, wie das Bild der Ruine zugleich für die zusammengebrochene Fassade eines zerstörten Gebäudes
wie auch der vergessenen Geschichte steht. Ein Bau oder die Geschichte bleiben im Zusammenbruch zwar als Einheit
erfassbar, zugleich öffnet sich aber hinter der Fassade ein neuer Blick auf das zuvor Verborgene. Die Bremer Arbeit wird diese Auseinandersetzung mit dem Thema des Verbergens und Offenlegens fortsetzen und auf die
konkrete Situation in Bremen anwenden. Wesentlich ist für Hirschhorn hierbei die Realisierung im
geschichtsträchtigen, im Jahr 1849 als Museum eröffneten und 1902 erweiterten Gebäude der Kunsthalle Bremen
sowie die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Sammlung, der Geschichte des Hauses und der Vereinsstruktur.

Hirschhorns geplante radikale Intervention und Transformation einer traditionellen Museumsarchitektur ist
Teil einer Reihe von herausfordernden Projekten in der Kunsthalle Bremen, die über die Institution, ihre Geschichte und ihre Zukunft reflektieren. Zu diesen Arbeiten gehören die performative Neuinszenierung von Friedensreich Hundertwassers „Die Linie von Hamburg“ sowie Sarah Morris‘ monumentales Wandbild „Jardim Botânico“. Hirschhorns Arbeit wird zu einem Zeitpunkt realisiert, an dem sich das Museum in einem Prozess der Identitätsfindung, Neuorientierung und Öffnung nach außen befindet.

Ausstellungstitel: „Thomas Hirschhorn. Nachwirkung“
Laufzeit: 5. September 2015 – 17. Januar 2016
Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen

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