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Di Oktober 20th, 2009

Hamburger Wunder – Hamburger Abgrund – Quo vadis Gängeviertel

Man ist doch immer wieder erstaunt, was alles so plötzlich passiert. Da liegt ein 12 Häuser umfassendes Stadtquartier im Herzen Hamburgs dank Entmietung und Konzeptlosigkeit bracht (immerhin 10.000 qm²) und dann fängt eine Gruppe junger bis jüngerer kreativer Menschen an sich konstruktiv und mit viel Erfolg darum zu kümmern und plötzlich ist der vermeintlich vorher nicht zahlungsfähige Investor doch zahlungsfähig.

Vermutlich nennt man das demnächst Hamburger Finanzwunder? Oder ist durch die vermehrte Öffentlichkeit in der Sache Gängeviertel jetzt Kapital aus anderen Gegenden schnell mal aktiviert worden? Oder, oder, oder

Logo der Initiative

Komisch mutet es jedenfalls an, dass jetzt doch die wenig einwohnerfreundlichen dafür aber für die Finanzwelt interessanten Mechanismen greifen sollten. Die Stadt hätte in der Zwischenzeit sicher die Chance gehabt, den Vertrag aufgrund der säumigen Zahlungen zu kündigen, aber anscheinend ist dort die Geheimdiplomatie stärker als die öffentlichen Lippenbekenntnisse zum Erhalt des Gängeviertels. Zurzeit hört sich der Ablauf doch sehr nach vertaner Chance aus.

Es bleibt zu hoffen, dass jetzt nicht ganz schnell die Bagger rollen und das Gelände freigeräumt wird, dann wären alle Erhaltungsüberlegungen obsolet und der Finanzinvestor könnte dann ruhig pleitegehen,… Alles schon erlebt.

Quo vadis Gängeviertel – kann man nur rufen?

Hier für alle die auch noch einen O-Ton lesen möchte, die Pressemitteilung der Gängeviertler:

Hamburg, den 20.10.2009 Mit Trauer und Enttäuschung sieht die Künstlerinitiative “Komm in die Gänge“, wie eine große Chance für Hamburg verspielt wird, ein einmaliges Kulturdenkmal zu erhalten, aber auch einen Ort für Hamburgs kulturelle Zukunft zu schaffen, der die Künstler von weiterer Abwanderung in andere Städte abhält und wieder Leben in die Innenstadt bringt. Die Initiative fordert nun eine Veröffentlichung des Vertrages, um die überraschende Zahlung des Investors nachvollziehen zu können.
Im Gängeviertel ist eine goldene Brücke entstanden, bei der erstmals eine fruchtbare Kommunikation zwischen junger Kultur und der Verwaltung der „Kreativstadt Hamburg“ stattfindet. Die Stadt hat dennoch offensichtliche Handlungsspielräume nicht genutzt, auf kurzfristige Profite zu verzichten um in die langfristige Rendite kultureller und sozialer Reichhaltigkeit und einer lebenswerten Stadt zu investieren.
Die Initiative sorgt sich nun und hofft sehr, dass der bisherige friedliche und konstruktive Austausch mit den Eigentümern der Gebäude nicht zu einem Abbruch kommt, der erfahrungsgemäß falsche Kräfte anziehen würde. Eine Eskalation würde jedoch nicht nur den Haushalt erheblich belasten, sondern auch dem Geist des Projektes zutiefst widersprechen.
Am 22. August 2009 hat die Initiative „Komm in die Gänge“ begonnen, ein kulturelles Hoffest zu veranstalten, das bis heute andauert und schon über 10.000 Besucher hatte. Die Initiative will damit die denkmalwürdigen Gebäude retten und zugleich auf die Raumnot der Hamburger Künstler hinweisen. Damit steht sie an der Seite weiterer Hamburger Initiativen, die ihr „Recht auf Stadt“ einfordern. Sie erwartet daher von der Stadt, baukulturelle und soziale Verantwortung zu übernehmen und es der Initiative zu ermöglichen, die Häuser denkmalgerecht instand zu setzen und ihr langfristiges Entwicklungskonzept umzusetzen. Die Hamburger Bürger sind herzlich aufgefordert, ihre bisherige große Unterstützung der Aktion weiterhin fortzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen euer Gängeviertel…

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1 Kommentar to “Hamburger Wunder – Hamburger Abgrund – Quo vadis Gängeviertel”

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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Christiane Hoffmann, Christiane Hoffmann erwähnt. Christiane Hoffmann sagte: Hamburger Wunder – Hamburger Abgrund – Quo vadis Gängeviertel #kunst http://cli.gs/Hv2ED [...]

Di 20. Oktober 2009 at 16:26

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