Di Januar 24th, 2012
Hamburger Kunsthalle zeigt Louise Bourgeois
Die Spinne und dann noch in dieser Größe ist schon beeindruckend und der Betrachter ist für gewöhnlich froh, dass das Vieh aus Bronze ist.
Auf dem Außenplateau der Kunsthalle thront eine über 9 Meter hohe, überdimensionale Spinne aus Bronze, Stahl und Marmor: Maman (1999). Gleichermaßen beeindruckend wie furchterregend ist diese monumentale Skulptur ein zentrales Werk von Louise Bourgeois.
Louise Bourgeois gilt als Jahrhundert-Künstlerin. Anlässlich ihres 100. Geburtstags zeigt die Hamburger Kunsthalle Skulpturen, Rauminstallationen, Radierungen, Arbeiten aus Stoff und Tapisserien der letzten 15 Lebensjahre der Künstlerin (1911-2010), die als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit gilt. Einige der ausgestellten Werke sind zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen.
Der Titel Maman (Mutter) macht deutlich, dass Bourgeois diese Skulptur als Hommage an ihre eigene Mutter verstanden hat, die als Restauratorin von Tapisserien tätig war. Das unermüdliche Wiederherstellen und Restaurieren von Gewebe, das auch Spinnen eigen ist, wird zugleich zu einem Symbol für das unendliche, sich wiederholende und erneuernde Leben im Allgemeinen.
Vor allem das besondere Gespür der Künstlerin im Umgang mit Materialien wird in der Ausstellung deutlich. Zu sehen sind unter anderem die so genannten Cells, also käfigartige, mit Objekten und kleinen Skulpturen gefüllte Räume, wie etwa die Passage dangereux (1997) – die größte und spektakulärste Arbeit dieser Werkserie. 1938 übersiedelte sie mit dem amerikanischen Kunsthistoriker Robert Goldwater, ihrem Ehemann, nach New York. Dort kam sie mit den aus Frankreich emigrierten Künstlern um Marcel Duchamp in Kontakt und war mit Vertretern des Abstrakten Expressionismus befreundet. Bourgeois nahm die in den USA dominanten Strömungen der Minimal- und der Pop Art wahr, schloss sich jedoch nie einer der bestehenden Gruppen an. Vielmehr entwickelte Louise Bourgeois eine seltene stilistische Komplexität, die vieles von dem vorwegnahm, was Anliegen einer jüngeren Künstlergeneration werden sollte.
Große Präsentationen waren vor her u.a. in der Kunsthalle Bielefeld 2006 und die Riesenspinne war Teil der outdoor-skulptur-aktion Kleine Paradiese in Ostwestfalen-Lippe.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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