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Mi Januar 26th, 2011

Hamburg die Zweite – Gerhard Richter Unscharf in der Hamburger Kunsthalle

Zeitgleich mit „Gerhard Richter. Bilder einer Epoche“ die vom 5.2. bis 15.5. 2011 im Bucerius Kunstforum in Hamburg läuft, widmet die Hamburger Kunsthalle dem in der zeitgenössischen Kunst weit verbreiteten Phänomen der Unschärfe eine umfassende Museumsausstellung.
Da sieht man wie aus einem Phänomen der Fotografie auch ein Thema werden kann. Ein Schelm der denkt, dass es an der zunehmenden Kurzsichtigkeit der Museumsleute liegt.
Wie kein anderer Künstler hat in der Tat der deutsche Großkünstler Gerhard Richter (*1932) bereits früh dieses Phänomen für sich entdeckt. Seine Motive in seiner Malerei werden durch Effekte des Verwischens und Verschleierns als unscharf angesehen. Er setzt das Prinzip der Unschärfe konsequent ein: in seinen figürlichen Gemälden, deren Motive er häufig den populären Printmedien entnimmt, in seinen auf photographischen Vorlagen beruhenden Figuren, Landschaften und Stillleben und nicht zuletzt auch in seiner abstrakten Malerei. Dabei wirft er immer wieder die Frage auf, was ein Bild überhaupt wiedergeben kann, ob es einen Inhalt transportiert oder doch nur seine eigene verführerisch schöne Oberfläche darstellt. Anhand von Gemälden, Photographien sowie einem frühen, unscharfen Film von Gerhard Richter zeigt die Ausstellung, dass sich die Ästhetik der Unschärfe wie ein roter Faden als zentrales Motiv durch sein gesamtes Schaffen zieht.
Gerhard Richter wurde damit zum Vorreiter für eine ganze Generation. Die Ausstellung zeigt die Auseinandersetzung bedeutender, junger Künstlerinnen und Künstler mit der Unschärfe anhand von über achtzig exemplarischen Werken. Veranschaulicht wird, auf welch unterschiedliche Art sie sich in den Medien der Malerei, Photographie, Installation und Video mit der Unschärfe beschäftigen, und welche vielfältigen Aspekte und Fragen sich aus dem Thema ergeben. Häufig sind die Werke Ergebnisse eines komplexen Entstehungsprozesses, der die Grenzen zwischen Malerei und Photographie selbst verschwimmen lässt. Der Bezug der Bilder zu den Motiven, die sie abbilden und ihr Verhältnis zum Betrachter scheint unsicher geworden zu sein. Für die Künstlerinnen und Künstler nach Richter ist diese Verunsicherung zugleich eine Befreiung. Aus ihren individuellen Herangehensweisen entsteht eine sehr vielfältige und faszinierende Bilderwelt der Unschärfe, die zugleich irritierend und verführerisch wirkt.

Insgesamt werden rund 110 Werke gezeigt: Photographien, Gemälde, Installationen und Filme von 23 national und international bedeutenden Künstlern, zusammen mit etwa 20 ausgewählten Gemälden sowie Photographien und dem Film Volker Bradke (1966) von Gerhard Richter. Also eine ziemlich unscharfte Sache vom 11. Februar bis 22. Mai 2011.


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