KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di Juni 3rd, 2008

Guerilla-Marketing – grün, grün, grün ist ein Krokodil?

Seinen Geburtstag mit einer gediegenen Feier zu begehen ist ja nichts Neues. Sich auch ein Kunstevent zu gönnen, ist sicher nichts schlechtes und wenn es gut gemacht ist um so besser. Eine gediegene Luxusmarke hat sich in Deutschland jetzt ein Kunstevent gegönnt. Anscheinend mit Nebenwirkungen wie kürzlich zu sehen und zu lesen war.

Anlässlich des 75-jährigen Markenjubiläums hat sich der französische Markenartikler Lacoste vom legendären Kaufhaus des Westens einladen lassen, die Schaufenster und den Lichthof zu gestalten. Für die Schaufenster waren 12 Künstler vorgesehen. Der Lichthof wird zum Tennisplatz.

Entlang der Tauentzeinstrasse sind jetzt in den elf Schaufenstern originelle und speziell angefertigte Kunstwerke ausgestellt, die am Ende der Aktion 12.12. (12.12.heisst das Shirt mit dem Krokodil das der Tennisspieler Rene Lacoste ab 1933 herstellte) zu Gunsten teils der Künstler, teils der StreetUniverCity Berlin e.V. versteigert werden.

Das Projekt, das sich Gallery 12.12 nennt, zeigt Arbeiten von Dirk Bonn, Peter K. Koch, Maria Neumann, Peter Langer, Marok, Igor Paasch, Paul Snowden, Tagno, Anne Sofie Vistven, Kassandra Becker und Tofa. (u.a. Skulpturen, Installationen, Collagen und Video-Installationen).

Bei der Namensgebung und der Anzahl der Künstler stutzt der Betrachter das erste Mal. Und so ist es auch: ein Künstler ist dem Projekt abhanden gekommen. 

Eingeladen war auch der in Berlin lebende, amerikanische Künstler Brad Downey. Der reichte wohl auch eine Beschreibung seines Projektes ein, das vorsah im Stadtraum irgendetwas grün anzusprühen. Das scheint so lange in Ordnung gewesen zu sein, bis Downey los ging und wasserlösliche, grüne Fingerfarbe mittels eines präparierten Feuerlöscher auf die Fassade und die Schaufenster des KaDeWe zu sprühen.

Die Berichte von art bis zum Tagesspiegel reichen weit, die Darstellungen: ob gewusst, Sachbeschädigung geduldet, nicht an die Regeln gehalte, etc. liegen doch weit auseinander, aber eigentlich ist für alle ein Ziel erreicht worden. Man spricht über die „Grün-Färbung“, man spricht über das Projekt 12.12, die Marke ist im Fokus von Kunst und Nachrichten und der Fensterputzer hatte was zu tun.

Eine klassische Form des Guerilla-Marketings, auch wenn eine Nobelmarke wie Lacoste, sicher eher den Schweiß von Tennisspielern oder Golfspielern auf den Shirts schätzt, als Fingerfarbe. Aber immerhin ist der Farbton richtig gewählt. Krokodile sind grün.

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1 Kommentar to “Guerilla-Marketing – grün, grün, grün ist ein Krokodil?”

Dara Weishaupt sagte:

Gerne, zu gerne schmückt sich Hinz und Kunz mit Kunst und Kultur. So sprach er um 1990. Heute scheint die Kunst weiter weg als je zuvor und Kunz und Hinz freut sich über Schmückung von allerlei. Wir beobachten afmerksam wo die Reise hingeht. Schönen Sonntag.

So 27. Juli 2008 at 18:58

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