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Di Dezember 22nd, 2009

Georges Seurats Figuren im Raum in Frankfurt

Ein Schelm der böses dabei denkt, wenn passend zum absehbaren Ende der beiden Impressionistenausstellungen in Wuppertal und Bielefeld, die Frankfurter Schirn mit einer Ausstellung des französische Neoimpressionist Georges Seurat (1859–1891) an den Start geht. Seine großformatige Arbeit„Un Dimanche à la Grande Jatte“ (Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte, 1884–1886), die damals mit den Meisterwerken aus der Barnescollection durch Europa tourte gaben dem Impressionismus ein weiteres ikonenhaftes Bild.

Ohne Seurat keinen Pointillismus. Mit rund 60 Gemälden, Ölstudien und Zeichnungen aus öffentlichen und privaten Sammlungen u. a. aus London, Paris, Zürich, New York und San Francisco bietet die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle einen repräsentativen Überblick und nimmt zugleich einen wichtigen Aspekt von Seurats Œuvre in den Blick: die Figur im Raum.

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Bildquelle: Kunsthalle Schirn, Frankfurt

Bis zu seinem frühen Tod an Diphtherie im Alter von 31 Jahren schuf er ein bedeutendes Œuvre. Bereits während seiner Schulzeit begann er zu zeichnen und sich mit kunsttheoretischen Schriften auseinanderzusetzen. Im Alter von achtzehn Jahren trat Seurat, nachdem er bereits zwei Jahre Zeichenunterricht genommen hatte, 1878 in die Pariser École des Beaux Arts ein und wurde von Henri Lehmann, einem Schüler Jean-Auguste-Dominique Ingres’, unterrichtet. Hier setzte er zunächst eine klassisch geprägte Ausbildung fort, bei der er vor allem Raffael, Michelangelo, Tizian, Holbein, Poussin und Ingres studierte. Nach nur einem Jahr jedoch verließ Seurat – wohl auch unter dem Eindruck der vierten Impressionisten-Ausstellung von 1879 – die Pariser Akademie und wandte sich zunehmend von ihren Traditionen ab.

Kein Bildthema wie die Figur im Raum vermag ähnlich viel über Seurats Kunst zu erzählen. Sowohl das malerische als auch das zeichnerische Werk des Künstlers künden von seinem großen Interesse an diesem Sujet, dem er sich während seiner gesamten Schaffenszeit widmete. Der Künstler orientierte sich zunächst an Gruppierungen wie der Schule von Barbizon, an Epochen wie der Renaissance oder an Künstlerkollegen wie Puvis de Chavannes, setzte die Sujets jedoch in einer neuen Maltechnik und in innovativen Kompositionen um. In der Auseinandersetzung mit den Bildvorstellungen der Impressionisten und den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Physiologie und der Farbtheorie entwickelte Georges Seurat jene Malweise, die als Pointillismus in die Kunstgeschichte einging und späteren Kunstschaffenden zu einer wichtigen Inspirationsquelle wurde.

Seurat beschäftigte sich nachweislich mit Farbtheorie und der Wirkung der Farben auf das menschliche Auge. Er studierte die Arbeiten des Kunsttheoretikers Charles Blanc, des Literaten und Farbtheoretikers Charles Henry sowie des amerikanischen Physikers Ogden N. Rood. Maßgeblich beeinflusste ihn außerdem die Theorie der Pigmente des französischen Chemikers Michel Eugène-Chevreul zur Farbwahrnehmung und zur additiven Farbmischung.

Chevreul erforschte vor allem die Gesetze der Simultankontraste und die Veränderlichkeit von Farben bei zunehmender Entfernung. Inspiriert von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelte Seurat um 1883 jene Malweise, die auf dem Simultankontrast benachbarter Farben beruht und unter dem Namen Pointillismus in die Kunstgeschichte einging. Dabei werden die Farben nicht länger auf der Palette gemischt, sondern als reine Farben mit dem Pinsel in kleinen akribisch gesetzten und dicht gedrängten Punkten auf die Leinwand getupft. Der Gesamtfarbeindruck einer Fläche oder eines Gemäldes setzt sich erst im Auge des Betrachters und aus einer gewissen Entfernung als optische Mischung zusammen.

Die Mischung machts also, einfach und genial zu gleich und das zu sehen vom 4. Februar – 9. Mai 2010

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1 Kommentar to “Georges Seurats Figuren im Raum in Frankfurt”

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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Kulturgezwitscher, Christiane Hoffmann erwähnt. Christiane Hoffmann sagte: Georges Seurats Figuren im Raum in Frankfurt #kunst http://cli.gs/sSRN7 [...]

Mi 23. Dezember 2009 at 11:16

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