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Di März 10th, 2009

Fotorealismus in Berlin – Deutsche Guggenheim zeigt picturing america

Es gab nicht nur Edward Hopper in den 60er oder Manson oder die 1968er. In Amerika fingen mehrere junge Künstler in dieser Zeit damit an, großformatige, realistische Bilder nach Fotografien zu malen. Sorgfältig bis ins Detail porträtierten sie Dinge, Orte und Menschen, die das städtische wie auch vorstädtische Alltagsleben in Amerika bestimmten. Im Unterschied zu den Popkünstlern, präsentierten die Fotorealisten ihre meist alltäglichen Themen nicht auf glamouröse oder ironische Weise. Sie versuchten vielmehr einen hohen Grad an Objektivität und Präzision in ihrer Arbeit zu erreichen und sich mehr oder weniger detailgetreu an die mechanischen Reproduktionen, die ihnen als Ausgangspunkt dienten, zu halten. Sie entwickelten vielfältige Methoden, fotografische Informationen systematisch auf die Leinwand zu übertragen. Indem sie dem fotografischen Blick den Vorrang vor dem menschliche Auge gaben, betonten sie die Komplexität des Verhältnisses zwischen Reproduktion und Reproduziertem sowie den Einfluss der Fotografie auf unsere Wahrnehmung des täglichen Lebens und der Wirklichkeit im Allgemeinen. So entstanden wieder amerikanische Ikonen. z.B.

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Bildquelle: Ralph Goings, Airstream, 1970, Öl auf Leinwand, 152 x 214 cm, MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Sammlung Ludwig Aachen, ©Ralph Goings, courtesy O.K. Harris Works of Art, New York, Foto © MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien, Leihgabe der Sammlung Ludwig, Aachen

Die aktuelle Ausstellung in der Deutschen Guggenheim-Dependance zeigt die wichtige Rolle Deutschlands in der frühen Phase des Fotorealismus in der Kunst. Und macht mit der Wiedervereinigung von Gemälden, die damals auf der documenta 5 zu sehen waren dieses deutlich. Leihgaben aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig. die diese schon in den 1970er  in der Neuen Galerie der Stadt Aachen der Öffentlichkeit zugänglich machten. In den Jahren unmittelbar nach der documenta 5 zeigten zahlreiche Galerien und Museen in Deutschland Ausstellungen von führenden, mit dem Fotorealismus in Verbindung gebrachten Künstlern. Nach fast dreißig Jahren möchte Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre die historisch bedeutende Verbindung dieser amerikanischen Kunstrichtung mit Deutschland wieder ins Bewusstsein rufen.

 Bildquelle: Richard Estes, The Solomon R. Guggenheim Museum, summer 1979, Öl auf Leinwand, 79 x 140 cm, Solomon R. Guggenheim Museum, New York, erworben mit Mitteln der US-Bundesstiftung in Washington, D.C., a Federal Agency; und matching funds von Mr. und Mrs. Barrie M. Damson 79.2552, © Richard Estes, courtesy Marlborough Gallery, New York, Foto von Kristopher McKay

Auch wenn die Fotorealisten sich nie als eine geschlossene Gruppe verstanden, waren sie doch Teil einer Bewegung. Folgende Künstlerinnen und Künstler sind in der Ausstellung vertreten: Robert Bechtle, Charles Bell, Tom Blackwell, Chuck Close, Robert Cottingham, Don Eddy, Richard Estes, Audrey Flack, Franz Gertsch, Ralph Goings, Ron Kleemann, Richard McLean, Malcolm Morley, Stephen Posen, John Salt, Ben Schonzeit und Paul Staiger.

Die Fragestellungen der Kunst waren ähnlich und daher Anlass genug für die Kuratoren die Werke als eine zusammenhängende Bewegung in der zeitgenössischen Kunst zu werten. Auch zeitgenössische Kritiker und Kunstgeschichtler taten das übrigens ebenfalls.  

Die Ausstellung präsentiert 31 Bilder aus den Jahren 1967 bis 1982, viele von ihnen höchst ikonische und meisterhafte Werke, darunter Richard Estess‘ Telephone Booths (1967) und Chuck Closes Leslie (1973). Picturing America ist in vier Abschnitte gegliedert, von denen drei die zentralen Themen des Fotorealismus in den 70er Jahren untersuchen – Reflexionen über die Stadt, Kultur des Konsums und das amerikanische Leben. Der vierte Abschnitt ist einem Portfolio mit zehn Lithografien gewidmet. Es wurde 1972 anlässlich der documenta 5 hergestellt und war die erste große Gruppenschau des Fotorealismus. Bis zum 10. Mai 2009 in der Deutschen Guggenheim, Unter den Linden Berlin

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