KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do März 6th, 2008

Felix Vallotton – Idylle am Abgrund – Hamburger Kunsthalle

Es hätte so schön sein können. Talent hatte er, später eine reiche Frau, um so ein sorgenfreies Künstlerleben führen zu können.

Gemacht hat er es, er Felix Vallotton der Schweizer der zwischen 1865 und 1925 lebte, aber geliebt hat er sein Leben wohl nie. Er ist schon als jünger Maler der eiskalte knallharte Beobachter, der er bleiben wird. Er wird Zeit seines Lebens ein Grisgram bleiben. Jede Cellulitefalte wird wahrgenommen, jedes Doppelbödige durch realistische und distanzierte Wiedergabe blossgelegt. Selbstzweifel und Weltekel aber auch Jammern auf hohem Niveau zeichnet seine Tagebücher aus. Die arme Freundin, wird für die reiche Witwe verlassen. Das großbürgerliche Leben angeklagt, aber darin verharrt.

Seine Bilder haben schon einen leichten Anklang von Neuer Sachlichkeit, vom Impressionismus nichts, es sei den, Vallotton macht sich durch Zitate über die Kollegen lustig. Hinter- und Untergründiges durchziehen sein Werk und faszinieren durch die Anspannung des Malers. Ein schönes Beispiel, das Lebensglück und künstlerische Könnerschaft nicht zusammen gehören müssen. Die Hamburger Kunsthalle zeigt die Ausstellung Felix Vallotton – Idylle am Abgrund noch bis zum 18. Mai 2008

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Bildquelle: Kunsthalle Hamburg, Ausstellung Félix Vallotton. Idylle am Abgrund

Félix Vallotton
Gesäßstudie, um 1884
Öl auf Leinwand, 38 x 46 cm
Privatbesitz, Courtesy Fondation Pierre Gianadda, Martigny

und

Félix Vallotton
Rote Pfefferfrüchte, 1915
Öl auf Leinwand, 46 x 55 cm
© Kunstmuseum Solothurn, Dübi-Müller-Stiftung



Der Katalog zur Ausstellung




3 Kommentare to “Felix Vallotton – Idylle am Abgrund – Hamburger Kunsthalle”

Hamburg ins Bild gesetzt -Triennale der Photographie | kunstfreunde sagte:

[...] ist Candida Höfer mit einer Ausstellung zu Gast. Weiter sind als Museen beteiligt, die Hamburger Kunsthalle, das Völkerkundemuseum, das Museum der Arbeit, das Kunst-und Gewerbe Museum und der Hamburger [...]

Mo 7. April 2008 at 17:38

What to do next Saturday? Well… | TOTAL NONSENSE sagte:

[...] Night of the museums till… check out Thomas Demand and Felix Valloton [...]

Do 24. April 2008 at 17:03

Boris sagte:

Der schweizer Künstler Félix Vallotton wurde 1865 als Sohn eines Drogisten in Lausanne geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Mit siebzehn Jahren ging Félix Vallotton nach Paris, um an der freien Académie Julian Kunst zu studieren. An der Académie kam Félix Vallotton mit Vertretern des Symbolismus und der Künstlergruppe Nabis zusammen, zu der auch Edouard Vuillard und Pierre Bonnard gehörten.

Im Jahre 1897 wurde Félix Vallotton Mitarbeiter der Zeitschrift Cris de Paris, für die er häufig die Umschläge illustrierte. Die Heirat mit der Galeristenschwester Gabrielle Rodrigues-Henriques im Jahr 1899 brachte ihm schließlich die erforderliche finanzielle Sicherheit, die er als unabhängiger Künstler brauchte. Ein Jahr später stellte Félix Vallotton seine Bilder in einer Ausstellung der Berliner Secession aus. 1903 stellte Félix Vallotton mehrere Bilder in einer Ausstellung der Wiener Secession aus, die von Ferdinand Hodler und Gustav Klimt gelobt wurde.

Félix Vallotton´s Werk ist vielfältig und umfasst über 200 Holzschnitte und Zeichnungen, über 1.700 Gemälde, Skulpturen, drei Romane, mehrere Theaterstücke und eine Reihe von Essays. Bis zu seinem Tod im Jahre 1925 gehörte Félix Vallotton zu einer der bedeutendsten Vertreter des Symbolismus und Jugendstils, inspirierte aber viele nachfolgende Stielrichtungen und Künstlergruppen wie die Brücke, den Surrealismus, die Pittura Metafisica oder auch die Pop-Art. In zahlreichen Bildern und Aktdarstellungen gelang Vallotton jene unterkühlte Erotik und Plastizität, die den Stil der „Neuen Sachlichkeit“ vorwegnimmt.

Di 13. Mai 2008 at 16:21

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