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Di Juni 2nd, 2015

EUROPÄISCHE GEISTER – die Präsentation von Kunst aus Afrika im 20. Jahrhundert in Oostende

Ab dem 4. Juli 2015 wird im belgischen Museum : Mu.Zee – Kunstmuseum aan Zee in Oostende die Ausstellung „EUROPÄISCHE GEISTER – die Präsentation von Kunst aus Afrika im 20. Jahrhundert“ gezeigt.
Die Ausstellung widmet sich der grundlegenden Frage, wie Kunst aus Afrika im 20. Jahrhundert in Europa präsentiert wurde. Welche Denkweisen bilden die Grundlagen unseres Verständnisses von Kategorien wie „primitiver Kunst“, „art nègre” und „ethnischer Kunst“? Welche Rolle haben Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler im vergangenen Jahrhundert gespielt? Und was hat sich seit Guillaume Apollinaires Plädoyer Sur les musées aus dem Jahr 1908 verändert, in dem er forderte, im Louvre Platz für „exotische Meisterwerke” zu schaffen?

afrikaAusstellungOostendeBildquelle: Ausstellung Mu.Zee – Kunstmuseum aan Zee in Oostende

Die Ausstellung versammelt eine Vielzahl an Dokumenten, ersten Fotos und Publikationen sowie zahlreiche Objekte traditioneller wie zeitgenössischer afrikanischer Kunst, darunter herausragende Kunstwerke aus dem Königlichen Museum für Zentralafrika in Tervuren (bei Brüssel), das eine der bedeutendsten ethnographischen Sammlungen Europas beherbergt. Die Auswahl der Exponate beruht auf frühen fotographischen Beobachtungen aus den Jahren 1905-1935, darunter von Vladimir Markov, Carl Einstein, Alfred Steiglitz, Man Ray, Walker Evans, Michel Leiris und Frans M. Olbrechts, und auf Ausstellungen wie Afrikanische Skulpturen im Museum Folkwang in Essen 1912, African Negro Art im MoMA in New York 1935 und Kongo-Kunst in Antwerpen 1937-1938, um nur einige Beispiele zu nennen. Natürlich lassen sich diese Präsentationen nicht von bedeutenden politischen Ereignissen wie der Kongo-Konferenz trennen, die 1884-1885 in Berlin stattfand. Darüber hinaus wird auch der individuelle chronologische Verlauf bestimmter Künstlerpersönlichkeiten wie Paul Gauguin und Pablo Picasso dokumentarisch beleuchtet.

Inzwischen sind über 100 Jahre vergangen. Welches Bild haben wir heute von Afrika und welche Rolle spielt dabei das ethnografische Museum (die Art und Weise der Präsentation von Objekten und Masken)? Und ferner: Wie gehen wir heute mit unserer kolonialen und postkolonialen Vergangenheit um und welche Spuren der kolonialen Anthropologie und Ethnografie sind bis heute wirksam?

Eine wirklich spannende Frage, die im Zeitalter der Globalisierung und des Bewußtseins, dass Europa mehr mit diesen Themen zu tun hat, als es auch der Kunst manchmal lieb ist. Sehenswert und spannend.

Klarheit-und-Opulenz-w




1 Kommentar to “EUROPÄISCHE GEISTER – die Präsentation von Kunst aus Afrika im 20. Jahrhundert in Oostende”

Belgien packt sein koloniales Erbe an – Europäische Geister im Muszee Oostende | kunstfreunde sagte:

[…] am 5. Juli 2015 im Muzee Oostende #Muzee11 eröffnete Ausstellung „Europäische Geister“ ist mehr als eine historische Ausstellung. Sie ist viel mehr. Eine Ausstellung die […]

Di 7. Juli 2015 at 20:59

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