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Fr Juni 23rd, 2017

Erwin Wurm in Duisburg oder #wurminduisburg

Ja der Mann hat die Absurdität unseres Lebens durchdrungen und die Vermarktung sowieso. Und dann ist der große Spaß und tiefe Erkenntnis und die Demut vor dem Leben immer drin in seinen Arbeiten. Spaß und Ernst, aber anders als alle anderen diese Pole definieren. Duisburg kann sich auf die kommende Ausstellung freuen.

Und das sagen die Verantwortlichen dazu: Die Erforschung vorstellbarer und unvorstellbarer formaler Dimensionen war und ist für ihn nur im Dreidimensionalen lösbar und darüber hinaus. Es geht um die grundsätzliche Frage nach dem Wesen von Skulptur. Was kann sie? Ist sie räumlich und materiell begrenzt? Welche Möglichkeiten hat der Betrachter, mit Skulptur umzugehen? Sie anschauen und umrunden – das reicht Erwin Wurm nicht. Er schafft eine Parallelwelt, in der das Paradoxe zum Prinzip erhoben wird, Alltagsgegenstände ein alternatives Leben führen und Gegenstände allzu menschliche Schwächen offenbaren.

Bid: Plakat der Ausstellung

In seinen One Minute Sculptures lädt der Bildhauer die Besucher ein, für 60 Sekunden selbst zur lebenden Skulptur zu werden. Er stellt ihnen im MKM Requisiten und Handlungsvorschläge bereit und überlässt ihnen die künstlerische Bühne. Sie stellen den gängigen Skulpturenbegriff ebenso zur Disposition wie die Drinking Sculptures, die die Besucher des Lehmbruck Museums in Versuchung führen sollen. Die umgebauten Möbelstücke erscheinen zunächst harmlos, in den Barfächern aber ist Alkohol versteckt. Kurze, handgeschriebene Anweisungen fordern die Besucher auf, sich zu betrinken. So unterlaufen sie jegliche museale Förmlichkeit und lassen – bei richtiger Nutzung – die kognitiven Fähigkeiten ins Bodenlose sinken.

Wurm sieht sich selbst als eine Art Gesellschaftsforscher, der aus ungewöhnlicher Perspektive auf unsere Zeit blickt, auf die Art, wie die Gesellschaft konsumiert, ihren Alltag organisiert oder sich präsentiert. Von Konsumwahn bis Adorno, von Fettsucht bis zu körperloser Kleidung – die Themen sind unbegrenzt und als Material eignet sich im Grunde die ganze Welt.

„Es geht um die Schwierigkeit, das Leben zu meistern. Egal, ob mit einer Diät oder mit einer Philosophie“, so Erwin Wurm und so sind die Dinge beim ihm nicht das, was sie scheinen.

ERWIN WURM ist ein Ausstellungsprojekt des MKM Museum Küppersmühle und des Lehmbruck Museums. Verantwortlich für die Ausstellung im MKM ist die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Ermöglicht wird das Projekt durch die großzügige Unterstützung der Evonik Industries AG (für das MKM) sowie der Sparkasse Duisburg und der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland (für das Lehmbruck Museum).

Laufzeit der Ausstellung: 7.7. bis 3.9.2017 im MKM Küppersmühle und vom
7.7. bis 29.10.2017 im Lehmbruck Museum




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