Di Dezember 23rd, 2008
ERNST WILHELM NAY in der Frankfurter Schirn 2009
Zwar geht es jetzt allseits in die Weihnachtspause, aber so langsam kann man schon wieder weiter schauen. Im Januar wird in der Frankfurter Schirn die Ausstellung Ernst Wilhelm Nay (1902 -1968) eröffnet. Nay gehört zu den bekanntesten deutschen Nachkriegskünstlern. Seine abstrakten Gemälde sind in nahezu allen wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen zu jener Epoche vertreten.
Bildquelle: Schirn Frankfurt, Nay, Sinus 1966
Weniger bekannt und bisher noch weitgehend unterschätzt ist Nays Spätwerk der 1960er-Jahre, das vor allem in den Jahren nach Nays Teilnahme an der documenta III im Jahr 1964 bis zu seinem Tod 1968 entstanden ist. Die Ausstellung in der Schirn konzentriert sich auf dieses Spätwerk und entdeckt einen Künstler, der mit seinen über den Bildraum hinausweisenden dynamisch-flächigen Formen und klaren Farben keineswegs historisch, sondern überraschend aktuell wirkt. Zudem rekonstruiert die Ausstellung den spektakulären Nay-Raum der documenta III im Jahr 1964, in dem drei großformatige Werke des Künstlers von der Decke abgehängt als Environment präsentiert wurden.
Die “Scheibenbilder” erinnern an Robert Delaunays “Disques” und wirken heute eher zeittypisch oder zeitlos, je nachdem wie man schaut. Ein Hinweis auf die “Nichtkenntnis der Kunstgeschichte” von dieser Werkphase Nays, sehen die Ausstellungsmacher in der Kunstkritikerpolemik, die Nay im documenta III Jahr 1964 traf. Heute könnte man sagen, hätte Nay mal gebloggt, aber damals war die Zeitungswahrnehmung ungleich mächtiger als heute. Ein Zeitredakteur verriss Nays Werke. Die Zusammenstellung der Kritik zeichnet ein Bild, das heute eher einen aufgeblasenen Kunstkritiker zeigt, als einen schlecht Kunst schaffenden Künstler. Kunstkritiker waren ja und sind bis heute ja für jeden Verriss gut, Paula Modersohn-Becker oder die Impressionisten sind ja bekannte Beispiele in dieser Richtung. Daher ist es gut und richtig, sich mal wieder eines Werkes zu erinnern, das gesehen werden sollte.
Gelungen ist der Bereich “Bilder kommen aus Bildern”, das ein Zitat Nays ist. Damit orientiert sich die Ausstellung in die Werkgeschichte und Rezeption, die bei Nay mit den Scherenschnitten von Henri Matisse einsetzt und wie Nay auf die nachfolgenden Generationen wirkt. Vorallem der serielle Charakter, der Nays Arbeitsweise von Anfang an bestimmte, ist dabei wichtig. “Hard-Edge-Maler” als Hinweis auf die Wirkung von Nay ist sicher berechtigt.
Die Ausstellung startet am 22. Januar und wird bis zum 26. April 2009 in Frankfurt zu sehen sein. Danach wandert die Ausstellung nach Berlin ins Haus am Waldsee (7. Mai – 5. Juli 2009).
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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