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Sa März 26th, 2011

Emil Noldes Reiselust – Ausstellung in Hamm

Das Gustav-Lübcke-Museum zeigt vom 27. März 2011 bis 19. Juni 2011 die Ausstellung:„Emil Nolde – Reiselust. Unterwegs in Deutschland, Spanien und der Schweiz“. Nolde ist für seine Reiselust bekannt gewesen, auch wenn vorallem die Südseereise von ihm in die Kunstgeschichte eingegangen ist.

Aber er war auch gerne und viel mit seiner Frau Ada sowohl in Deutschland als auch innerhalb Europas oft und gerne unterwegs. Viele mehrwöchige Urlaubsreisen, lassen sich in seinem Werk in Form von Skizzen und Gemälden wiederfinden.
Der zeitliche Bogen der Ausstellung „Reiselust“ umspannt knapp vierzig Jahre. Er reicht von frühen Arbeiten aus den Jahren 1907 und 1908 bis hin zur letzten großen Folge von Meeraquarellen aus dem Jahr 1946. Viele der insgesamt rund 100 Arbeiten sind erstmals öffentlich zu sehen. Die fünf Reiseziele Emil Noldes sind innerhalb des Ausstellungsrundgangs chronologisch angeordnet: Jena und Cospeda 1907/08 – Spanien 1921 – Schweiz – Sylt 1930 – St. Peter 1946.

Jena und Cospeda, 1907/08
Auftakt der Ausstellung bilden Winterbilder aus dem thüringischen Jena und dem benachbarten Dorf Cospeda. Nolde hielt sich hier im Februar und März der Jahre 1907 und 1908 auf. Die hier entstandenen Ölbilder zeugen noch von Noldes Ringen um einen eigenen Malstil, sind aber wegweisend im Hinblick auf den nur kurze Zeit später erfolgenden Durchbruch zum Expressionismus. Der Einfluß spätimpressionistischer Malerei ist hier noch deutlich erkennbar.

Spanien, 1921
Nolde entführt uns in das sonnenverwöhnte Spanien, genauer gesagt nach Granada, wo er sich mit seiner Frau Ada um Ostern 1921 für über vier Wochen aufhielt.
Zahlreiche Aquarelle entstanden nach den gitanos, Familien vor ihren Wohnhöhlen, Gruppen- oder Einzelportraits von Frauen, Männern und Kindern, von Eselstreibern und Lohnarbeitern. An Modellen mangelte es nie, berichtete Nolde über seine Streifzüge durch die Gassen Granadas. Ein weiterer Bereich ist tanzenden Frauen und Mädchen aus Granada gewidmet. In immer neuen Farbvariationen hält Nolde in diesen Aquarellen den freien Tanz mit und ohne Kastagnetten fest.

Schweiz
Emil Noldes enge Verbundenheit mit der Schweiz geht auf seine fünfjährige Lehrtätigkeit am Industrie- und Gewerbemuseum in St. Gallen von 1892 bis 1897 zurück. Zudem wohnte sein Freund Hans Fehr seit 1924 in Muri bei Bern. In den zwanziger und dreißiger Jahren besuchten die Noldes ihn und seine Familie häufiger.
Meisterlich fängt Nolde in diesen Aquarellen die Poesie einer unberührten Naturlandschaft ein. Sie stehen ohne Frage auf gleicher künstlerischer Höhe wie seine weitaus bekannteren Darstellungen vom Meer und dem Marschland der norddeutschen Heimat. Gelegentlich finden sich unter Noldes Bergaquarellen auch farbig ganz zurückhaltende Blätter, die den Menschen in der unberührten Naturlandschaft der Alpen wiedergeben.

Sylt 1930
Im Herbst 1930 hielt sich Emil Nolde für mehrere Wochen auf der Nordseeinsel Sylt auf. Dieser Urlaub war eher eine Flucht vor notwendigen Renovierungsarbeiten an seinem soeben erst fertig gestellten Atelierhaus Seebüll. Neben Bildnissen von damaligen Weggefährten auf Sylt sind in dieser Abteilung weitere farbintensive Ölbilder und Aquarelle zu sehen.

St. Peter 1946
Mit sehr idyllischen, fast verträumten Werken klingt die Ausstellung „Reiselust“ aus.
Auf Einladung des Arztes Oskar Arnold verbrachte das Ehepaar Nolde im Frühjahr 1946 einige Wochen in dessen Sanatorium „Goldener Schlüssel“ im Luftkurort St. Peter auf der Halbinsel Eiderstedt, heute besser bekannt als St. Peter-Ording.
Diese Aquarellfolge weist eine bemerkenswerte farbliche wie kompositorische Vielfalt auf. Die Folge der in St. Peter entstandenen Aquarelle ist die letzte große Werkreihe im Schaffen Emil Noldes. Einige dieser Blätter dienten Nolde in den Jahren 1948 bis 1951 als Vorlagen für Ölbilder, von denen einige in der Ausstellung gezeigt werden.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, Kurator ist Dr. Andreas Fluck, Mitarbeiter der Stiftung.

Die Ausstellung wird in Hamm ergänzt um die Abteilung: „Emil Nolde und der westfälische Expressionismus“. In dieser Abteilung werden Werke aus dem Eigenbestand zum Expressionismus in Westfalen gezeigt sowie Werke von Nolde, die während seines Aufenthaltes in Soest 1905/06 entstanden sind. Auch Werke von Rohlfs werden zu sehen sein mit dem Nolde während seines Aufenthaltes in Soest intensiven Kontakt hatte.

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