Di Mai 6th, 2008
Elisabet Ney – Herrin ihrer Kunst und jetzt auch Interdisziplinär erfolgreich
Wenn man von Bildhauerinnen im 19. Jahrhundert spricht, denkt man an Camille Claudel und dann kommt lange nichts. Von wegen. Im Stadtmuseum Münster ist die 1833 in Münster geborene Bildhauerin Elisabet Ney im Rahmen einer vielbeachteten Ausstellung wiederentdeckt worden.
Ney wurde in Münster als Tochter eines Bildhauers geboren und schaffte was zu dieser Zeit keiner Frau sonst gelang. Sie erlangte nach der Ausbildung im väterlichen Betrieb die Zulassung als Studentin an der Kunstakademie in München. Dort lernte sie die Bildhauerei in Vollendung. Weiter in geht der Weg in die Hauptstadt Preussens. Dort wird der berühmte Christian Daniel Rauch ihr Lehrer.
Sie macht sich selbständig und unternimmt viele Reisen durch Europa. Nebenbei porträtiert die exzentrische Künstlerin (neuer Name, neue Frisur, “Reformkleidung”) noch Monarchen, Gelehrte und Wissenschaftler. z.B. den italienischen Freiheitskämpfer Garibaldi, Otto von Bismarck, den Chemiker Justus von Liebig und auch Schopenhauer, er sich ob ihrer Persönlichkeit gar nicht wieder beruhigen kann.
Mit der Chefin vom grünen Hügel Cosima Wagner ist sie gut befreundet und hat auch ein Bildnismedaillon Cosima Wagners geschaffen. 1871 geht sie mit ihrem geheimgehaltenen Mann, (als unverheiratetes “Fräulein” war sie rechtlich in Deutschland besser gestellt, als eine verheiratete Frau,) nach Amerika.
Auch dort hat sie grossen Erfolg und schafft bis zu ihrem Lebensende 1907 viele Portraitbüsten und Statuen von amerikanischen Politikern. Zwei davon werden bis heute im Kapitol in Washington ausgestellt. Dann ist sie noch mit eigenen Werken auf der Weltausstellung in Chicago zu sehen. Neben der Anerkennung und dem finanziellen Erfolg ihrer Arbeit gelang es Elisabet Ney auch in Amerika in einem eigenen Museum in Austin/Texas gewürdigt zu werden.
Als Bildhauerin in Europa vergessen, wird mit der Schau in Münster, die noch bis zum 25. Mai 2008 läuft und hoffentlich verlängert wird, der Zustand verändert. Elisabet Ney ist als Künstlerin und als Bildhauerin eine Ausnahmeerscheinung, die es verdient beachtet und geachtet zu werden.
Als “Herrin ihrer Kunst” wird sie in Münster vorgestellt, selbstbestimmt, kreativ, erfolgreich und unangepasst. Und nebenbei wird im Rahmenprogramm auch durch die Zusammenarbeit der verschiedensten Kulturwissenschaften ein buntes Bild einer spannenden Frau gezeichnet. Sehenswert!
Katalog zur Ausstellung
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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