KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr April 15th, 2011

Druckgrafikausstellung Otto Dix-Der Krieg im Hegewisch-Kabinett der Hamburger Kunsthalle

Auch ein resultat der gewandelten Seh- und Sammelgewohnheiten der Neuzeit ist das verschwinden der Druckgrafik. Eigentlich macht niemand mehr Druckgrafik, geschweige den will es lernen. Einer der Großmeister der Grafik, der Professor und Künstler Jochen Geilen wird 65 – macht noch mal in Bielefeld in der Galerie Artist Unlimited was für die Öffentlichkeit und für die Druckgrafik überhaupt.

Persönlich wird es für ihn wohl die voraussichtlich die letzte Veranstaltung dieser Art sein. Nach 15 Jahren, in denen er am Fachbereich Gestaltung unterrichtete, hört er im Lehrbetrieb auf und kann sich voll und ganz dem eigenen Schaffen widmen – mit aller Energie und seiner allseits bekannten Impulsivität.
Die dritte Veranstaltung der 2008 begonnenen Druckwerkstatt-Reihe dauert drei Wochen (nachdem logischerweise die erste eine Woche und die zweite genau zwei Wochen gedauert hat). Geilen möchte sich selbst eine Woche alleine in der Galerie schenken; danach kommen auch die Studierenden hinzu. Laut Jochen Geilen ein guter Jahrgang, wovon man sich bereits während der im Herbst 2010 ausgestellten Grafik-Edition am Fachbereich überzeugen konnte. Es werden daher wieder ganz besondere Wochen für die Bielefelder Druckgrafik-Szene, die man nicht verpassen sollte.

Die Druckwerkstatt in der Bielefelder Galerie Artist Unlimited ist bis zum 20. April täglich geöffnet von 11 bis 20 Uhr. Die Eröffnung der Ausstellung ist am Freitag den 15. April ab 19 Uhr.

Aber eigentlich ist das Thema dieses Posts ja die kleine Druckgraphik-Ausstellung mit Werken des Fauvisten Otto Dix (1891-1969) im Hegewisch-Kabinett der Hamburger Kunsthalle.

Dort wird vom 15. April bis zum 07. August 2011 die komplette 50teilige Folge Der Krieg von 1924 präsentiert, ein Meisterwerk der Radierkunst des 20. Jahrhunderts. Daneben wird eine Reihe von hervorragenden Figurenstudien und Bildnissen gezeigt, darunter das bekannte, 1926 entstandene Porträt des Dichters Iwar von Lücken und das Selbstbildnis des Künstlers aus dem folgenreichen Jahr 1933.

Dix war 1914 freiwillig dem Ruf an die Front gefolgt. Später war er der Überzeugung, dass der Krieg eine scheußliche Sache, aber trotzdem etwas Gewaltiges sei. Man muss den Menschen in diesem entfesselten Zustand gesehen haben, um wirklich etwas über den Menschen zu wissen. Dix überlebte den Krieg. Die traumatischen Ereignisse beeinflussten sein künstlerisches Werk entscheidend. Die Blätter sind ein beeindruckendes, zeitloses Dokument gegen den Krieg, das doch keinen Krieg verhindern kann. Als Augenzeuge zeigt der Künstler schonungslos die elenden Zustände, die ein Krieg hervor bringt. 1937 wurde Dix deshalb von den Nationalsozialisten wegen „gemalter Wehrsabotage“ diffamiert. Insgesamt werden rund 50 Kunstwerke gezeigt.

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1 Kommentar to “Druckgrafikausstellung Otto Dix-Der Krieg im Hegewisch-Kabinett der Hamburger Kunsthalle”

1914 Avantgarde im Kampf Kunstausstellung in Bonn | kunstfreunde sagte:

[…] Iras Baldessari, Ernst Barlach, Max Beckmann, Carlo Carrà, -Lovis Corinth, Robert Delaunay, Otto Dix, Raoul Dufy, Albert Gleizes, Walter Gropius, George Grosz, Raoul Hausmann, -Erich Heckel, -Willy […]

Fr 25. Oktober 2013 at 15:44

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