So März 9th, 2008
Die Versuchung des heiligen Antonius – Schrecken und Lust in Hamburg
Das Bucerius Kunst Forum hat sich an ein “altes” und etwas sperriges Thema der Kunstgeschichte gewagt. Die Ausstellung von ca .80 Werken mit dem Thema die Versuchung des heiligen Antonius, zweigt, dass auch ein scheinbar altes Thema nichts von seiner Brisanz verloren hat. Die Ängste des Antonius beschäftigen uns heute ebenso, wie sie namhafte Künstler der letzten 500 Jahre zu einem Surrealismus vor der Zeit stimulierten. Grauen in jeder darstellbaren Art und Weise sind mit dem Antonius-Sujet als Aufhänger gemalt worden.
Inhaltlich ist die Versuchung des heiligen Antonius ein fest umrissenes Themenfeld mit festgelegten Episoden und
Motiven. Am Bekanntesten sind die Themen der Peinigung durch Dämonen und die Versuchung durch die Frau.
Der asketische Heilige, der bis zu seinem Tod im Jahr 356 in der ägyptischen Wüste lebte, gilt als Vater der Mönche
und glaubensstarker Überwinder aller Versuchungen. Obwohl sich im Lauf der Jahrhunderte die geschilderten Details, die intendierten Aussagen und die künstlerische Formensprache erheblich gewandelt haben, bleibt das Thema stets erkennbar.
Wer so standhaft ist der wird auch für andere Themen gebraucht. So verwundert es nicht das Antonius nach 1500 auch zum Schutzpatron gegen die epidemische Krankheit der Mutterkornvergiftung, auch Antoniusfeuer genannt, angerufen wird.
Im 15. und 16. Jahrhundert wird er Mittelpunkt eines ausgeprägten Kults, wovon zahlreiche Altäre zeugen. Einer der Knaller aus diesem Objektbereich ist der Marienfelder Altar von Evert van Roden, der 1520 entstand und heute im Westfälischen Landesmuseum Münster zu hause ist. Seit dem Umzug von der Abteikirche in das Museum ist er das erste Mal überhaupt zu einer Ausstellung ausgeliehen worden. Der dreiteilige Sandsteinaltar ist einer der wenigen in Deutschland noch erhaltenen Antoniusaltäre und daher schon ein Highlight der Ausstellung, die an großen Namen reich ist.
Beginnend mit Hieronymus Bosch, der die Drangsalierungen des Antonius durch Dämonen, Teufel und grässliche Wesen schildern, zeigt auch eine Freude am Grausamen, Entsetzlichen, am Lustvoll-Schrecklichen. Und das hält sich bis zu Arbeiten Max Ernsts, der sich nicht hinter dem Malahnen verstecken braucht. Noch bis zum 18.05.2008 im Bucerius Kunstforum in Hamburg zu sehen.
Bild: Quelle Bucerius Kunst Forum
Max Ernst
Die Versuchung des heiligen Antonius, 1945
Öl auf Leinwand, 109 x 129 cm
Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg
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2 Kommentare to “Die Versuchung des heiligen Antonius – Schrecken und Lust in Hamburg”
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Do 13. März 2008 at 08:19
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Sa 29. März 2008 at 12:38
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