Do September 17th, 2009
Der Fotograf der eigentlich keiner ist – Thomas Demand in der Neuen Nationalgalerie Berlin
Er sei selber oft erstaunt und nicht unbedingt sicher was am Ende seiner Bemühungen herauskommt, hat Thomas Demand der Presse gegenüber über seine Arbeiten sinngemäss erzählt. Aber das Bild, das am Ende eines langen Vorbereitungsprozesses entsteht ist letztlich dann doch immer ein Eigenläufer. Einer der jüngeren deutschen Künstler mit viel internationalem Erfolg Thomas Demand, geboren 1964, wird jetzt in der Neuen Nationalgalerie (in der gläsernen Halle oben) bis zum 17. Januar 2010 gezeigt. Die umfassende Einzelausstellung ist die bislang größte Präsentation seines Werkes in Deutschland. Im Ausland wird Demand schon länger in großen Häusern gezeigt. Die Arbeiten die in der Nationalgalerie zu sehen sind beschäftigen sich alle mit Deutschland.
Die circa 40 Arbeiten, darunter ganz neue und noch nie gezeigte Werke, beschäftigen sich mit gesellschaftlichen, geschichtlichen und politischen Ereignissen dieses Landes vornehmlich seit 1945. Somit ist auch der Zeitpunkt dieser Ausstellung nicht zufällig gewählt, sondern fällt mit den Jubiläen zweier grundlegender historischer Ereignisse in der deutschen Geschichte zusammen: der Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 60 Jahren und dem Mauerfall vor 20 Jahren.
Demands Arbeitsweise ist die eines akribischen Bastlers, der seine Motive selber baut. Aber nicht wahllos oder aus der eigenen Intuition. Demand arbeitet sich an den Ikonen der Mediengesellschaft ab und verändert sie. Das Bad von Barschel ohne Leiche, die Wolfschanze oder Menschen, etc. Es werden die Bilder die jeder Mensch kennt, da die Medien zum Alltag gehören und das kollektive Gedächtnis bestimmen durch das “Fehlen” eines Bestandteils neu interpretiert und hinterfragt.
Wer wählt die Themen aus, was bleibt und warum gerade das und etwas anders nicht. Bei Demand ist es Deutschland und eine latente Medienkritik wenn nicht ein Medienmisstrauen. In einem kürzeren Zeitraum gesehen, kann die Medienarbeit “Last drops of fresh rainwater” des Künstlers David Beavan den Ansatz des Medienbildes, in Form einer Großinstallation, allerdings zur Zeit in räumlicher Wirkung und nicht wie bei Demand als Bilder, mithalten. Hier wie dort auf Wirkung und Irritation angelegt, mit unterschiedlichen Mitteln die Medienwirkung hinterfragend. Wie es scheint, ist den Künstlerinnen und Künstern im Land der kritische Blick und das Engagement, Gesellschaft zu sehen nicht abhanden gekommen.
Zum Glück!

Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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