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Sa März 21st, 2009

Caravaggio in Holland – Musik und Bordell im Bild

Caravaggio in Holland – das ist mal ein schöner Titel, aber dann: Musik und Genre bei Caravaggio und den Utrechter Caravaggisten. Das ist mal wieder eher langweilig, aber egal, seit der – späten – Wiederentdeckung Caravaggios und der Caravaggisten ab etwa 1950 und insbesondere in den letzten Jahren haben sich einzelne Ausstellungen mit dem Phänomen des Caravaggismus befasst.

Licht, reale Modelle mit real dreckigen Füssen und immer wieder das Licht. Jetzt widmet sich das Frankfurter Städel mit der Ausstellung „Caravaggio in Holland” diesem Thema, allerdings mit dem Unterschied, dass sich hier entschieden auf die Musikanten- und Bordellbilder konzentriert wird und durch die direkte Gegenüberstellung von Werken Caravaggios mit Gemälden der Utrechter Terbrugghen, Honthorst und Baburen ein Rahmen gespannt wird.

Die Holländer sind seit der 1987 in Braunschweig gezeigten Ausstellung „Holländische Malerei in neuem Licht. Hendrick ter Brugghen und seine Zeitgenossen” wieder in einer umfangreichen und hochkarätigen Auswahl in Deutschland zu sehen.

Symptomatisch für die besondere Anerkennung, welche die Musikantenbilder der Utrechter Caravaggisten derzeit erfahren, ist auch ihre Bewertung auf dem Kunstmarkt. So wurde Ende Januar 2009 im Rahmen einer spektakulären Auktion bei Sotheby’s in New York Hendrick Terbrugghens „Dudelsackspieler” das zweitteuerste Los dieser auch sonst prominent besetzten Versteigerung. Was Sammler, Publikum und Fachwelt gleichermaßen fasziniert, ist die besondere Ästhetik dieser Malerei, die ihre Motive bei aller Moralisierung erstaunlich direkt mit Witz und Ironie in den Blick nimmt. Allerdings auch das Alter und die Sicherheit, dass ein alter Holländer eben echt Kunst ist, während das bei Moderner und Zeitgenössischer Malerei ja manchmal nicht sicher ist. Oder es eben schwankt. In der Börsensprache dann eher eine konservative Strategie in unsicheren Zeiten.

Vielleicht wäre ja auch mal interessant, diesen Vergleich mit den I Bamboccianti zu machen, die ja auch viele holländische und flämische Wurzeln haben. Die Ausstellung ist vom  1. April bis 26. Juli 2009 in Frankfurt zu sehen.

 Messefotografie Messeconsulting Stolzmann

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