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Mo März 1st, 2010

Bundeskunsthalle zeigt die Schätze des untergegangenen Byzanz

Unermesslicher Reichtum, Zivilisation und Kultur, Gold und Handelsbeziehungen, so oder so ähnlich kann das Byzantinische Reich  während seiner fast 1000jährigen Geschichte beschrieben werden. Aber es war noch viel mehr und das zeigt jetzt die Bundeskunsthalle in seiner noch bis zum 13. Juni 2010 in Bonn. Es war lebendig, wandlungsfähig und multiethnisch. Es hatte eine funktionierende Verwaltung und ein klares Rechtswesen, Militär und Flotte waren gefürchtet. Klassische Bildung und Unterricht spielten eine große Rolle, Frauen konnten auch einflussreiche Positionen einnehmen. Das Byzantinische Reich, die glanzvollste Erscheinung des mittelalterlichen Europa, bewundert und beneidet von den Zeitgenossen, war eine Brücke von der Antike in die Moderne und verband gleichzeitig den Westen mit dem Orient.

Medaillon mit dem hl. Theodor, Museum KievBildquelle: Medaillon mit dem hl. Theodor, 1. H. 12. Jh., Museum of Historical Treasures of Ukraine, Kiev; © Museum of Historical Treasures of Ukraine, Kiev

Das Byzantinische oder Oströmische Reich hat eine mehr als 1000jährige Geschichte, von der Gründung Konstantinopels durch Konstantin den Großen (324) bis zur Eroberung durch die Osmanen (1453). Byzanz nimmt eine besondere Stellung unter den frühmittelalterlichen Staaten ein: Es war keine Neugründung, sondern die Fortsetzung des Römischen Reiches, das 395 in ein Ost- und Weströmisches Reich geteilt wurde. Während anstelle des Weströmischen Reiches die romano-barbarischen Reiche entstanden, blieb im Osten das Oströmische Reich bestehen. Erst seit der Neuzeit trägt es die Bezeichnung Byzanz.

Das besondere Charakteristikum des Byzantinischen Reiches war die ungewöhnliche Verbindung zwischen der Antike und dem Christentum: Während der christliche Glaube das religiöse Fundament des Reiches bildete, setzten die Byzantiner in ihrer Kultur, dem Rechtssystem und der Verwaltung die Traditionen der griechischen und römischen Antike fort. Bis zur Eroberung durch die Kreuzfahrer im Jahr 1204 hatte das Byzantinische Reich eine reiche und vielfältige Kultur und galt als Standard, an dem sich der Westen Europas gemessen hat.

Die Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“, die eigens für die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland entwickelt wurde, zeigt mit über 600 Leihgaben aus der ganzen Welt eine archäologisch-kunsthistorische Präsentation, mit dem Ziel, ein aktuelles Bild des Byzantinischen Reiches zu zeichnen. Anhand herausragender Kunstwerke, archäologischer Funde und neuester Forschungsergebnisse rekonstruiert die Ausstellung die byzantinischen Lebenswelten und beleuchtet die faszinierende Geschichte und Kunst des Byzantinischen Reiches. Im Zentrum steht die Blütezeit des Reiches von der Herrschaft Justinians I. (527–565) bis zur Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer (1204).

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