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Sa Juni 12th, 2010

Bundeskunsthalle zeigt die Schätze Afghanistan – das Gold von Baktrien

Erstmals in Deutschland präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn den legendären Nationalschatz Afghanistans, der wie durch ein Wunder Jahre des Bürgerkriegs und der Zerstörung überdauerte und seit Jahren durch die Welt tourt.

Die spektakulären Gold-, Silber- und Elfenbeingegenstände sind Zeugen des Königreichs Baktrien, einer Zivilisation, die sich im antiken Afghanistan an den Schnittstellen der Kulturen entlang der Seidenstraße entfaltete und so zum Schmelztiegel der unterschiedlichsten kulturellen Strömungen aus Ost und West wurde. Infolge des Alexanderfeldzugs um 330 v. Chr. zogen mehr und mehr Griechen und Makedonier in die antike Kulturlandschaft, wo sie die baktrische Hochkultur mitbegründeten. In der Ausstellung ist die Synthese der Kulturen sofort erkennbar. Bei den gezeigten Exponaten verschmelzen griechische, persische und indische Motive.

Bildquelle: Plakat der Ausstellung

Gezeigt werden die Highlights aus vier bedeutenden archäologischen Stätten des Landes die 1979 gemacht wurden.

Aus dem bronzezeitlichen Tepe Fullol im antiken Baktrien (ca. 2000 v. Chr.) stammen filigran gearbeitete Gold- und Silberobjekte – die ältesten Stücke der Ausstellung. Die Goldvasen zeigen eine raffinierte Ästhetik und unterstreichen die fundamentale Bedeutung, die Baktrien im Austausch zwischen dem Nahen Osten und Indien spielte.

Aus Ai Khanum, einer von Alexander dem Großen gegründeten Stadt, werden Zeugnisse der griechisch-hellenistischen Einflüsse am Rande der Steppe präsentiert. Die griechische Präsenz in Zentralasien war ein Grundstein der Entwicklung der Kunst und Geschichte im Süden des Hindukusch. Die Fundstücke zeigen die Reinheit der griechischen Tradition, aber auch die Symbiose, die mit den orientalischen Stilelementen eingegangen wurde.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die imposanten Goldfunde aus den 6 Gräbern in Tillya Tepe (1. Jh. n. Chr.) Der „Goldhügel“ trägt seinen Namen wohl zu Recht. Die Vielfalt und die außerordentliche Raffinesse des Schmuckes mit seinen gefassten Edelsteinen und den offensichtlich griechisch-römischen, indischen und sogar chinesischen Einflüssen liefert einen Beweis für den Kontakt mit den großen Kaiserreichen der sesshaften Welt.

Den Abschluss bilden die großartigen Funde von Begram, dem früheren „Alexandria des Kaukasus“. Der gezeigte Schatz stammt aus zwei vermauerten Kammern im ehemaligen Königspalast. Die kunstvoll gearbeiteten Elfenbeinobjekte (1. Jh. n. Chr.) zeugen vom indischen Einfluss in dieser Region. Zudem finden sich zahlreiche Glasgefäße, Bronzen und Stuckmedaillons, die die Bindung an Alexandria und die römischen Welt verdeutlichen. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober 2010 zu sehen.

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1 Kommentar to “Bundeskunsthalle zeigt die Schätze Afghanistan – das Gold von Baktrien”

Bazonnale 2 in Weimar steht vor der Tür | kunstfreunde sagte:

[…] er damit Recht hat, hat die Bonner Ausstellung “Schätze aus Afghanistan” ja eindringlich […]

Mi 29. September 2010 at 20:03

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