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Mi September 19th, 2012

Bielefelder Kunsthalle zeigt Ausstellung der Familie Smith – Architektur und Skulptur in zwei Generationen

Die Bielefelder Kunsthalle zeigt ab dem 23. September 2012 eine Retrospektive des amerikanischen Künstlers Tony Smith (1912-1980), der in diesem Jahr 100 Jahre geworden wäre. Smith fing seine künstlerische Tätigkeit als Architekt an. Daraus entwickelte sich die Beschäftigung ausschließlich mit der Skulptur.
Aus diesem Anlass erinnert die Kunsthalle Bielefeld in einer umfangreichen Retrospektive an diesen Künstler, dessen Töchter Kiki Smith und Seton Smith ebenfalls künstlerisch tätig sind und in ihren Werken subtile Verbindungen zum Werk des Vaters zeigen. Insgesamt werden 120 Werke gezeigt.

Erstmals in Europa wird in Bielefeld das architektonische Werk aus der Zeit vor 1962 anhand von Zeichnungen und Modellen aus dem Nachlass gezeigt. Tony Smith hat nach 1941 hauptsächlich Häuser für private Auftraggeber in der Tradition von Landhäusern in New England entworfen, die den Einfluss von Frank Lloyd Wright zeigen, dessen Assistent Tony Smith von 1938 bis 1939 war. Die privaten Häuser bezeugen einen Modernismus in der Architektur, der außer zu Wright Bezüge zum Glashaus von Philip Johnson in New Canaan (1949) und dem Farnsworth Haus (1951) von Mies van der Rohe in Plano, Illinois aufweist. Damit ist die von Philip Johnson in den 1960er-Jahren entworfene Kunsthalle Bielefeld ein besonders geeignetes Museumsgebäude, um das Werk von Tony Smith zu präsentieren.
Von 1961 bis zu seinem Tod 1980 entstand ein umfangreiches Werk von Skulpturen, für das Tony Smith heute berühmt ist. Zeit seines Lebens war er zudem als Maler tätig. Er schuf in der Tradition gegenstandsloser Malerei Gemälde, die in Europa wenig bekannt sind, wenngleich die Louisenberg-Serie in den Jahren von 1954 bis 1956 sogar in Deutschland entstand. Die entscheidende avantgardistische Leistung war die Herstellung des ersten reinen Kubus der Kunstgeschichte im Jahr 1962 aus geschweißten Eisenblechen mit dem Kantenmaß 6 x 6 x 6 Fuß. In einem Gespräch mit Robert Morris erklärt Tony Smith die Problematik der abstrakten Skulptur, die für ihn im Wesentlichen ein Problem des Maßstabs und der Proportion ist. Auf die Frage, warum er den Kubus mit dem Titel „Die“ nicht kleiner oder größer gemacht habe, antwortete er, er habe „weder ein Objekt noch ein Monument machen wollen.“
Die Töchter:
Kiki Smith (geb. 1954) wurde bereits in den frühen 1980er-Jahren durch ihre Ausstellungen in New York bekannt, in denen sie sich in radikaler Weise mit dem menschlichen, meist weiblichen Körper und den Möglichkeiten seiner Darstellbarkeit beschäftigte. Ihre Arbeiten wurden seit Beginn der 1990er-Jahre zunehmend narrativer dadurch, dass sie in ihren Skulpturen Anleihen an mythologische und biblische Figuren macht. Smith arbeitet in verschiedenen Disziplinen, u.a. Skulptur, Glasmalerei, Druck, Fotografie und Tapisserie.
Die Ausstellung stellt drei Bronze- bzw. Aluminium-Skulpturen vor, einen dreiteiligen Gobelin sowie Zeichnungen auf Glas, die in den Mayerhof’schen Werkstätten in München hergestellt werden.

Seton Smith (geb. 1955) bezieht sich unmittelbarer auf das Werk ihres Vaters. Sie begann sehr früh, die Architektur ihres Vaters zu fotografieren, woraus die Leitmotive von Häusern, Korridoren, Fenstern entstanden. Im Unterschied zur in Deutschland bekannten „Becher-Schule“ ist ihre durch Unschärfe-Momente gekennzeichnete Fotografie mehr in der Tradition des amerikanischen Piktoralismus zu sehen. Ihre neuesten Fotografien sind schwarz-weiße Landschaftsdarstellungen.

Die Ausstellung Kiki Smith / Seton Smith / Tony Smith ist vom 23. September bis zum 25. November 2012 in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen.




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