KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do Juli 25th, 2013

Ausstellung CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter in Paderborn

Wie wurde Europa christlich? 1700 Jahre nachdem die römischen Kaiser Konstantin und Licinius das Christentum mit der sogenannten „Mailänder Vereinbarung“ erstmals als Religion tolerierten, widmen drei Paderborner Museen den Anfängen und der Verbreitung des Christentums in Europa die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ (26. Juli bis 3. November 2013). Die Schau, die im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn, im Museum in der Kaiserpfalz und in der Städtischen Galerie Am Abdinghof zu sehen ist, wird gemeinsam von der Stadt Paderborn, dem Erzbistum Paderborn und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) realisiert.

„CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ ist nach den erfolgreichen Mittelalter-Ausstellungen „Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ von 1999 und „Canossa – Erschütterung der Welt“ von 2006 das dritte gemeinsame Ausstellungsprojekt der Stadt Paderborn, des Erzbistums Paderborn und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Joachim Gauck und erfreut sich der besonderen Wertschätzung durch den Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Kultur (Pontificium Consilium de Cultura) Gianfranco Kardinal Ravasi.

Mit rund 800 teils noch nie gezeigten Exponaten und archäologischen Neufunden dokumentiert die Ausstellung, wie das Christentum nach Europa kam und sich in den verschiedenen Ländern, insbesondere in Nord- und Osteuropa, ausbreitete. Auf den Spuren von Missionaren und Kaufleuten sowie mächtiger Herrscher werden wichtige Etappen dieses etwa 1000 Jahre umfassenden Prozesses thematisiert: von der Verbreitung des Christentums im Römischen Reich über die Christianisierung Galliens, Irlands und der Angelsachsen bis hin zur Bekehrung Skandinaviens, Polens und der Mission im Baltikum.

230 Museen, Bibliotheken und Sammlungen aus ganz Europa – von Island über Italien bis in die Ukraine – und den USA haben den Paderborner Museen ihre kostbaren Leihgaben zur Verfügung gestellt: einer der größten Schätze des frühen Christentums, ein Brief des Apostels Paulus an die Römer, aus der Chester Beatty Library in Dublin wird ebenso zu sehen sein wie das nur selten verliehene „Petersburger Evangeliar“ aus der Russischen Nationalbibliothek. Ausgestellt sind zudem das berühmte „Karlsepos“, ein zeitgenössischer Bericht über das wichtige Treffen zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III. im Jahr 799 in Paderborn (Zentralbibliothek Zürich) sowie Schatzkunst aus dem Kunsthistorischen Museum Wien und dem Kirchenschatz von San Marco in Venedig. Auch das Historische Nationalmuseum der Ukraine in Kiew und das Schloss und Museum Marienburg (Polen) haben wertvolle, bisher noch nie im westlichen Europa ausgestellte Exponate zur Verfügung gestellt, darunter kostbarer byzantinischer Schmuck und Ausstattungsgegenstände der ehemaligen Hauptresidenz des Hochmeisters des Deutschen Ordens.

Eine Ausstellung – drei Orte

Der umfassende Prozess der Christianisierung wird in den drei Museen in Paderborn mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten betrachtet: Die Ausstellungseinheit Lux mundi – Licht der Welt – im Diözesanmuseum beginnt mit der Ausbreitung des Christentums in der Antike und zeigt Veränderungen auf, die das Christentum im Laufe der Missionierung in den jeweiligen Ländern erfuhr. Unter dem Titel In hoc signo – In diesem Zeichen – widmet sich das Museum in der Kaiserpfalz den friedlichen und kriegerischen Missionsinitiativen. Schließlich beleuchtet die dritte und letzte Ausstellungseinheit Qvo vadis? – Wohin gehst Du? – in der Städtischen Galerie, wie in späteren Jahrhunderten der mittelalterliche Christianisierungsprozess wahrgenommen, aber auch politisch im Spiegel der jeweiligen Zeit gedeutet wurde.

Die Ausstellung wird gefördert durch E.ON Westfalen Weser AG; Ernst von Siemens Kunststiftung; LWL-Kultur Stiftung; Kunststiftung NRW; Kulturstiftung der Länder; Stiftung der Sparkasse Paderborn; Rudolf-August-Oetker Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege; Bank für Kirche und Caritas eG; Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG; Sparda-Bank West eG; Kulturfonds Paderborn e.V.; Harmonie-Gesellschaft; Wolfgang Zumdieck GmbH; Bette GmbH & Co KG; Paderborner Bürgerverein e.V.; Libori-Gilde Paderborn; Spar- und Bauverein Paderborn; Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen; ASP Abfallentsorgungs- & Stadtreinigungsbetrieb Paderborn; STEB Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn

 

 

 

 

 




4 Kommentare to “Ausstellung CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter in Paderborn”

Nachrichten zur Stadt Paderborn sagte:

News zu Paderborn…

Ausstellung CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter in <b>…</b>…

Do 25. Juli 2013 at 16:30

Termintipps des Heimatvereins Rheda – Gäste willkommen | Heimatverein Wiedenbrück-Reckenberg e.V. sagte:

[…] Mittwoch, den 9. Oktober 2013 planen wir einen Besuch der großen Paderborner Mittelalterausstellung “Credo – Christianisierung Europas im Mittelalter&#82… . Gemeinsam mit dem Heimatverein Gütersloh fahren wir per Bahn über Brackwede nach […]

Mo 26. August 2013 at 17:15

Paderborner Caritas Ausstellung macht Korintherbrief des Apostel Paulus erlebbar | Die Ostwestfalen sagte:

[…] Ausstellung „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ im Diözesanmuseum Paderborn zu sehen […]

Do 25. Juni 2015 at 11:44

Caritas – Nächstenliebe in der Kunst – Ausstellung in Paderborn | kunstfreunde sagte:

[…] – Erschütterung der Welt“ (2006), „Franziskus – Licht aus Assisi“ (2011/12) sowie „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ (2013). Die Laufzeit der Ausstellung ist bis zum 13. Dezember […]

Do 23. Juli 2015 at 13:33

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