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Do März 30th, 2017

Double Check. Michael Ashers ‚Installation Münster (Caravan)

Der leider bereits verstorbene Künstler Michael Asher (1943-1912) hat von Anfang an dem Skulpturenprojekt in Münster teilgenommen. Er stellte seine Caravan überall im Stadtgebiet auf. Die Szenerien wurden fotografiert und so selbst über die lange Zeit zum Dokument für Münsters Entwicklung und nicht nur in Sachen Kunst. Daraus hat das Landesmuseum in Münster nun eine eigene Ausstellung gemacht. Unter dem Titel „Double Check. Michael Ashers ‚Installation Münster (Caravan)'“ werden Materialien aus dem Skulptur Projekte Archiv gezeigt. Im Rahmen eines seriellen Ausstellungsformats stehen die Beiträge von Michael Asher (1943-2012), der 1977, 1987, 1997 und 2007 an der Ausstellung Skulptur Projekte teilgenommen hat, im Fokus. Mit neuen Fotografien von Alexander Rischer wird der Gedanke von Ashers Arbeit aufgenommen und ihnen gegenübergestellt. Zu sehen ist die Präsentation im Lichthof des Museumsaltbaus.

Neben Korrespondenz mit Michael Asher zu seinen Beiträgen für die Skulptur Projekte zeigt das Museum Entwürfe, Filmausschnitte, Begleitmaterial sowie Fotografien der vier Ausstellungen von 1977 bis 2007. In diesen Jahren wanderte der mittlerweile in Münster bekannte weiße Wohnwagen des Typs Hymer-Eriba Familia durch die Stadt. Fotos dokumentieren die Standorte und lassen über die Zeit Veränderungen des städtischen Umfeldes erkennen.

Auf jede Einladung nach Münster setzte sich der Künstler intensiv mit der Stadt, der Ausstellung und seiner eigenen Arbeit auseinander – ein „Double Check“ in zehnjährigen Intervallen, wie Asher es nannte.

Asher gehört zu den wichtigsten Vertretern der amerikanischen Konzeptkunst. Seine konzeptuellen und zumeist institutionskritischen Arbeiten ähneln oft experimentellen Versuchsanordnungen. Zeitlichkeit und Ortsbezogenheit spielen dabei eine wichtige Rolle. Nach seiner ersten Einzelausstellung 1969 in den USA nahm er unter anderem mehrmals an der Documenta, der Biennale von Venedig sowie viermal an den Skulptur Projekten in Münster teil.

Mit prüfendem Blick näherte sich der Hamburger Fotograf Alexander Rischer (*1968) fast zehn Jahre nach der Skulptur Projekte Ausstellung 2007 den jeweiligen Standorten des Wohnwagens. Es entstand eine Serie von 19 Fotografien, welche die Veränderungen und Besonderheiten der städtischen Räume zeigen. Rischer setzt sich in vielen seiner Werke mit dem urbanen Raum auseinander. Vor allem städtische Unorte und „Leerstellen“ stehen in seinem Fokus. Neben der bildenden Kunst ist Rischer auch als Musiker und Autor tätig. Aktuell lehrt er Fotografie an der Universität Köln.

Das Skulptur Projekte Archiv ist Teil der Sammlung für Gegenwartskunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur. Regelmäßig werden künstlerische Positionen und ausgewählte Themen als archivalische Tiefenbohrungen sichtbar gemacht.

Seit dem Frühjahr 2017 besteht eine Kooperation zwischen dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und dem Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, gefördert von der VolkswagenStiftung. In den kommenden drei Jahren wird das Material des Archivs erforscht und für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Es gilt der übliche Eintrittspreis in das Museum.

Die aktuelle Präsentation wird von einer Reihe Veranstaltungen begleitet: Den Auftakt macht das Künstlergespräch mit Alexander Rischer, geführt von Dr. Marianne Wagner, Leiterin Skulptur Projekte Archiv, und Marijke Lukowicz, Abteilung Gegenwart. Das Gespräch findet am Freitag, 21.4., um 16.30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.




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