So Oktober 18th, 2009
Willkommen in der Klassengesellschaft – ist das was neues?
Im Rahmen der Diskussion um die flächendeckende Versorgung mit Schweinegrippeimpfstoff erhitze vor einigen Tagen die Info die Gemüter, dass unsere „Truppen“ einen besseren Impfstoff als der „Rest“ der Bevölkerung erhalten sollte. Auch für die politische Elite in der Regierung soll es so sein.
Die Empörung ist groß und das böse Wort von der Zweiklassenmedizin macht die Runde.
Ist die Empörung deshalb so groß, weil wir in Deutschland sonst eine klassenlose Gesellschaft sind?
Das kann doch nicht im Ernst behauptet werden. Dass die Medizin schon länger eine Art Bermudadreieck ist, in dem Versichertenbeiträge verschwinden und anscheinend nie da ankommen, wo sie hin sollen und alle sind betroffen. Diese Verteilmechanismen von ganz vielen (Privatleute, Bürger, Masse) zu wenigen (Unternehmen, Medizinern, Aktionären, Reichen, etc.) sind doch lange erprobt. Eine der Einrichtungen, die das ganz super beherrscht, ist ganz allgemein gesprochen, das organisierte Verbrechen über all auf der Welt.
Vielleicht sollten die Gesundheitspolitikerinnen und -Politiker die im Knast sitzenden Mafiosipaten mal als Berater hinzuziehen, vielleicht hilft das, das Chaos zu lichten.
Bis dahin kann man aber getrost seine Aufregung bezüglich des Schweinegrippeimpfstoffes abebben lassen. Das ist nicht nur hier so, das ist auch an anderen Stellen so, dass nicht das groh der Menschen z.B. Zugang zu Bildung, Zugang zu Ressourcen, Zugang zu Krediten usw. hat.
Wir sind längst in einer Klassengesellschaft angekommen, bzw. waren immer schon eine, die durch die Soziale Marktwirtschaft etwas abgefedert wurde. Die Medien taten ein Übriges, dass der Glaube jeder kann, in diesem Land alles Erreichen so tief verwurzelt ist.
Dass das nicht so ist, zeigen doch die vielen Studien, was Kinder aus Arbeiterhaushalten, Netzwerke in den Bildungseinrichtungen, Netzwerke in den Managementschichten etc. angeht. Oft auf das Problem Männer und Frauen zugespitzt, sind die Fakten doch immer gleich. Nur wenige, durch Herkunft und Biografie erreichen die Spitzenämter, die Spitzenpositionen in denen die Millionen zu verdienen sind. Da ist die politische Karriere schon noch das Demokratischte. Aber wer wirklich Geld machen will, der geht nicht in die Politik, der geht ins Investmentbanking. Mit den Folgen, unter denen wir leiden. Gierhälse aller Länder Dankeschön!
Auch ist die Klassengesellschaft dort zu finden, wo vielleicht jemand schon mal versucht hat, ohne viel Eigenkapital eine Immobilie zu kaufen. Fester Job ok, Selbstständigkeit nein danke, egal wie tapfer oder sicher man sich Jahrzehnte behauptet hat und egal wie sicher die Firma steht, die ja auch insolvent gehen kann. Das Bankereinmaleins ist vor Ort da sehr transparent. Wenn diese „Dienstleistung“ die ja nur ein Geschäft ist, demnächst als „Beratungsleistung“ noch Geld kosten soll, dann führen sich die Kreditinstitute ad absurdum. Für alle NGOs und Initiativen sollte es bedeuten, selber eine Bank zu gründen. Dann wäre eine Gleichheit erreicht, von der wir in Deutschland noch weit entfernt sind.Auch zeigt die Tatsache, das Gesellschaftsschichten, die sich, als solche begreifen, durch die elitäre Abschottung eben auch einen Status einer eigenen Klasse erreichen, die von außen betrachtet durch Verhalten, Kleidung und Wohnstil sogar Trend werden kann. Der Adel macht s vor. Aus der Außenseiterposition mal wieder ins machtpolitische Rampenlicht oder nicht nur Depp vom Vorstand, sondern mittlerweile wieder Vorstandsvorsitzenden usw. Und dann die Damen der Riege, die per Buch erklären, wie man und frau sich benehmen soll. Da Lob ich mir doch die Managementelite mit den gewechselten Ehefrauen, dem zelebrieren des Reichtums auf Sylt, an der Kö oder in München. Diese Maßlosigkeit ist ehrlich und nicht so affektiert und mit Erziehung, die gerne auch im Geschäft oder in der eigenen Familie über Bord geschmissen wird, verbrämt.
Ja wir sind einen Klassengesellschaft und das wird noch heftiger, weil viele Mechanismen, (Kalter Krieg, Ost und West, Feindbilder und Solidaritätsgefühle) verschwunden sind. Hoffen wir auf die kleinen, Unterklassenbewegungen, die durch Genossenschaften, ethische Verbindungen usw. die Gesellschaft von unten erneuern können. Was die Kunst und die Kreativität hier schaffen kann, könnte man fragen. Ein buntes und wertfreies Leben und Handeln, zu entwickeln, ohne am Bankkonto gemessen zu werden, träume in Bewegung, Farbe und Tönen ausdruck zu verleihen und nicht in Fotos der Statussymbole.Kunst ist für Menschen elementar und die Künstler einer Gesellschaft hatten ihre Rolle als wichtiger Mittler zwischen den Welten. Das oben und unten hatte früher in der Geschichte auch mit Wert und wer hilft wem, zu tun. Gutes Geld für die Kunst, damit Künstler auch leben können, sicher auch zum Verherrlichen einzelner Menschen und ihrer Position. Aber das die kreativen Geister gerecht zu entlohnen sind, wusste damals jeder. Und wer hatte, musste denen die nichts hatten helfen, selbst die Almosenvergabe war hierin eingeschlossen. Sicher kein Wertekanon, dem hinter her zu trauern ist, aber dieses nicht mehr Mitfühlen und Wissen, wo man oder frau steht, macht vieles im Miteinander so schwierig und gefühlt ungerecht. Das ist vielleicht eher die Empörung und nicht so sehr der Fakt der Klassengesellschaft an sich. Kunst kann hier helfen, sie kann tragen und sogar heilen, da die Kreativität und Kunst ebenen sind, die mehr sind, als Konsumwerte.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






1 Kommentar to “Willkommen in der Klassengesellschaft – ist das was neues?”
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von chris, Christiane Hoffmann erwähnt. Christiane Hoffmann sagte: Willkommen in der Klassengesellschaft – ist das was neues? #kunst http://cli.gs/REsNg #Kunst [...]
So 18. Oktober 2009 at 23:52
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