Fr November 9th, 2007
Millionen für Kunst, „Eh-da-Kosten” und wie spart man am lebenden Objekt?
Gestern gab´s noch für gute, aber „tote” Kunst Millionenbeträge und heute wird wieder am lebenden Künstler oder Kulturschaffenden bis zur Nullstelle gespart!
Ja, es scheint Methode zu haben, das anscheinend nur gute, da alte, da von verstorbenen Künstlern gefertigte Kunst, gute Kunst ist. Für lebende Kunst- und Kulturschaffende gibts eben kein Geld.
So ähnlich kann man das Vorgehen kommentieren, das man überall beobachten kann. Am schönsten fasste das Rolf Jansen von ruhrwärts in seinem neuen Newsletter zur Kulturhauptstadt 2010 ( und ruhrmentar: “Freiwillige vor…” daraufhin) zusammen.
Zitat Rolf Jansen, ruhrwärts:
„… Was man allerdings hört, ärgert mich schon wieder. So konnte man in der
vergangenen Woche in der WAZ lesen, dass man an einem Volunteer-Programm für Fremdenführer arbeite. HALLO?Wir hatten das schon bei der Fußball-WM: zuerst werden Leute gesucht, die für kleines Geld bei der WM helfen, und danach wurden “Volunteers”, zu gut deutsch also “Freiwillige” genommen, weil die noch billiger waren.
Was für den DFB und den alten Kaiser Franz gut ist, ist für das Ruhrgebiet noch lange nicht gut. Denn: eigentlich soll doch die “Metropole Ruhr” per “Wandel durch Kultur” wirtschaftlich auf die Beine kommen. Das geht aber nur, wenn man den Menschen auch die Gelegenheit gibt, zu wirtschaften.
Leute mit schlechter Ausbildung, Arbeitslose, Hartzer: allen denen wird von den Volunteers die Chance genommen, in einem schlecht bezahlten, aber immerhin bezahlten, Segment der Kulturwirtschaft tätig zu werden.
Die Ausbildung der Volunteers? Das ist auch schon geregelt: das wird von den Volkshochschulen übernommen. …
Halten wir fest: es gibt privatwirtschaftliche Ausbildungsstätten für Städteführer im Revier, es gibt bereits jetzt freiberufliche Städteführer. Nach meiner Ansicht sind das Selbständige und Unternehmen, die in der Kulturwirtschaft bzw. im Tourismus angesiedelt sind. Also in den Branchen, die eigentlich gefördert werden sollen. Ist da nicht ein Widerspruch zu dem,
was nun von der RUHR.2010 geplant ist?Der Denkfehler liegt meiner Meinung darin, dass die im Öffentlichen Dienst groß gewordenen Leute einfach vergessen, dass auch außerhalb der Amtsstuben Leben existiert. Statt also kreativ alle vorhandenen Ressourcen einzubinden, besinnt man sich auf die eigenen Strukturen und versucht, die anfallende Arbeit aus eigener Kraft zu erledigen. Das mag auch
funktionieren, aber bewirkt keinen Wandel….”
Es wäre schön, wenn das „nur” ein Strukturausrutscher wäre, aber nein auch andere, eventuell finanziell deutlich besser gestellte Institutionen und Gemeinden schrecken vor diesem Verfahren nicht zurück. 2008 wird in der Stadt Rietberg, eine von fünf Landesgartenschauen im deutschsprachigen Raum organisiert.
Zur Vorbereitung wurden von der örtlichen Volkshochschule?! x- Stadtführer angelernt. Alle bereits vorhandenen freiberuflichen Stadtführer konnten sich dem unterziehen? oder waren draussen. Das mögliche Honorar für den Einsatz dieser Führer sollte höchsten eine minimal Aufwandsentschädigung betragen, aber eigentlich gehen die Verantwortlichen von der „Volunteer”-Idee aus,…
Leute die in „Eh-Da-Kosten”-Strukturen ihr Berufsleben verbringen, kommen auch hier auf diese Ideen. Führungskräfte hier: Rentner, Lehrer, Hausfrauen, Schüler,… aber keine freiberuflichen Profis weit und breit.
Vielleicht kein Strukturwandel, aber ein bedauerlicher Entwicklungsschritt.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






1 Kommentar to “Millionen für Kunst, „Eh-da-Kosten” und wie spart man am lebenden Objekt?”
*smile*
So 16. März 2008 at 19:23
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