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Fr März 23rd, 2012

Künstlersozialkasse auch gegen die Mehrwertsteuererhöhung für Kunst

Keiner will die von der EU verordnete Erhöhung der Mehrwertsteuer von 7 % auf 19 % für Kunst.
Toll das alle Akteure auf dem deutschen Kunstmarkt sich da einig sind. Der Museumsbund und Sammler, Fördervereine der Museen und Künstlerverbände, Journalisten und viele relevante Politiker, vor allem im kulturpolitischen Raum, setzen sich zusammen mit uns für die Beibehaltung von 7% ein.
Eine wichtige Institution hat sich dem Protest jetzt mit einer eigenen Solidaritäts-Erklärung die an den BVDG (Bundesverband der deutschen Galerien) gerichtet ist angeschlossen: Die Künstersozialkasse in Wilhelmshaven.
Hier der Wortlaut der Erklärung:

Erklärung des Beirats der Künstlersozialkasse zur von der EU geforderten Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Kunstwerke

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Beirat der Künstlersozialkasse hat in seiner Sitzung vom 06.03.2012 in Berlin die Aufforderung
der EU–Kommission an die Bundesregierung, den ermäßigten Umsatzsteuersatz für Werke der
Bildenden Kunst abzuschaffen, diskutiert.
Der Beirat, dem Vertreter der Abgabepflichtigen und der Künstler im Bereich Bildende Kunst – Galeristen
und Vertreter von Museen sowie der bildenden Künstler – und die Vertreter der sonstigen
Gruppen der Kulturverwerter und der Versicherten angehören, fordert die Bundesregierung auf,
die Forderung der EU zurückzuweisen und ihr nicht nachzukommen.
Der Kunstbetrieb in Deutschland ist mit anderen Mitgliedstaaten nicht zu vergleichen. Der ermäßigte
Mehrwertsteuersatz kommt entsprechend der Struktur des Marktes in Deutschland im wesentlichen
den Künstlern und Galerien zu Gute, die Kunstwerke in dem für Normalbürger erschwinglichen
Preissektor veräußern. Die Galerien leisten ihren Beitrag zur Künstlersozialversicherung,
der in dieser Form nur in wenigen anderen Mitgliedstaaten besteht, und die Kunsthändler
beteiligen die Künstler über das Folgerecht an den Erlösen aus Weiterverkäufen von Kunstwerken.
Diese Konstellation bildet, wie entsprechende Steuerbegünstigungen in anderen Kulturmärkten in
Deutschland und Europa, eine wesentliche Grundlage zur Stabilisierung der sozialen Situation der
Künstler, zu der die Künstlersozialkasse einen wichtigen Beitrag leistet. Eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes
würde in dieser Situation die Lage der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland
einseitig verschlechtern und gleichzeitig die Wettbewerbschancen der deutschen Galerien im
europäischen Markt beeinträchtigen. Sie wird deshalb vom Beirat der KSK abgelehnt, der im übrigen
die Position des Kulturausschusses des Deutschen Bundestags und seiner Vorsitzenden,
Frau Monika Grütters MdB sowie die des Staatsministers für Kultur und Medien, Herrn Bernd
Neumann, in vollem Umfang unterstützt.
Bonn und Wilhelmshaven, im März 2012
gez. Prof. Dr. Gerhard Pfennig gez. Rolf Bolwin
Vorsitzender des Beirats stellvertretender Vorsitzender
der Künstlersozialkasse des Beirats der Künstlersozialkasse




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