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Fr Februar 26th, 2016

Kunsthalle Marcel Duchamps öffnet in Wolfsburg – Ein Lichtblick

Ja so ist das: In Leverkusen wird der Stadt empfohlen ein Kunstmuseum zu schließen und in Wolfsburg wird eine Tag und Nacht offene Kunsthalle eröffnet. Es ist eine Surreale Kunsthalle und die dahinterstehenden Konzepte sind seeeehr unterschiedlich und ironisch, aber klar ist, die Kultur hat nur dann eine Lobby, wenn sie nett und effektvoll in Szene gesetzt werden kann. Wenn sie Ecken und Kanten hat, ständig was kostet und eben keine Lobby ist es schlecht um sie bestellt. Aber warum ist das im Land der Dichter und Denker so? Eben, es waren zwar auch Künstler, aber eben keine Maler,… Altes Problem. Mit der Kunst und dem Humor. Dabei gilt den Kulturetat zu streichen rettet keinen Haushalt. Kultur ist Nische, die aber kollektiv ganz viel bewirkt und auch hier sind Schutzräume der Menschen notwendig. Der Mensch stirb nicht vom Brot alleine, hieß mal ein Film. Die Autostadt schickt sich an die Stadt der zeitgenössischen Malerei zu werden. Chapeau!

Bislang gab es in Wolfsburg das Kunstmuseum, den Kunstverein, die Städtische Galerie, die Junge Kunst e.V. und das Kunstschaufenster am Hallenbad. Ab dem 25. Februar 2016 bereichert nun die Kunsthalle Marcel Duchamp als sechste Kunstinstitution die Kulturlandschaft Wolfsburgs.

Ihr Alleinstellungsmerkmal: Sie ist Tag und Nacht – sieben Tage die Woche 24 Stunden durchgehend – für das Publikum geöffnet, zeigt einen repräsentativen Querschnitt an Meisterwerken des 20. und 21. Jahrhunderts und kostet keinen Eintritt.

Niedersachsen, Wolfsburg, 25.02.2016: Neue Kunsthalle für Wolfsburg! Kunstmuseumsdirektor Dr. Ralf Beil und Künstler Stefan Banz laden ein zur feierlichen Enthüllung und Einweihung  der Kunsthalle Marcel Duchamp durch Klaus Mohrs, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg.

Niedersachsen, Wolfsburg, 25.02.2016: Neue Kunsthalle für Wolfsburg! Kunstmuseumsdirektor Dr. Ralf Beil und Künstler Stefan Banz laden ein zur feierlichen Enthüllung und Einweihung
der Kunsthalle Marcel Duchamp durch Klaus Mohrs, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg.

Bildquelle: Die Kunsthalle Marcel Duchamp vor dem Eingang des Kunstmuseums Wolfsburg
Foto: Christian Burkert

Ihr Inhalt: 100 Jahre Kunstgegenwart von Marcel Duchamp bis Sonja Alhäuser. Eine große Themenschau vereint auf zwei Geschossen neun Künstler und Künstlerinnen aus fünf Ländern: Marcel Duchamp (F), Meret Oppenheim (CH), Joseph Beuys (D), Dieter Roth (CH), Ed Ruscha (USA), Aldo Walker (CH), Robert Gober (USA), Vik Muniz (BR) und Sonja Alhäuser (D).

Der Clou: Die Kunsthalle Marcel Duchamp, diese Modellarchitektur für ungewöhnliche Einsichten und Blickwinkel, ist gerade einmal einen viertel Kubikmeter groß. Damit ist sie zugleich das wohl kleinste voll funktionstüchtige Museum der Welt.

Konzipiert von den beiden Schweizer Künstlern Caroline Bachmann und Stefan Banz, stand die Kunsthalle Marcel Duchamp seit 2010 in Cully am Ufer des Genfer Sees und zog mit Retrospektiven von Norbert Bisky oder Totalinstallationen von Ai Weiwei die Besucher in ihren Bann. 2013 gab sie einen Sommer lang ein einmaliges Gastspiel auf der Mathildenhöhe Darmstadt vor dem wegen Sanierung geschlossenen Ausstellungsgebäude. Aus diesem Anlass entstanden die oben genannte Werkpräsentation und ein umfangreiches Katalogbuch. Und nun findet eben diese Kunsthalle dank einer großzügigen Schenkung von Caroline Bachmann und Stefan Banz dauerhaft ihre Heimat unter dem hohen Dach des Kunstmuseums Wolfsburg.

Das Katalogbuch zur Kunsthalle und deren aktueller Ausstellung, „La Broyeuse de chocolat. Kunsthalle Marcel Duchamp at Mathildenhöhe Darmstadt“, herausgegeben von Caroline Bachmann, Stefan Banz und Ralf Beil, ist im Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg erschienen. Hardcover, 336 Seiten, 14 x 10,5 cm, deutsch-englisch, mit Texten von Bradley Bailey, Stefan Banz, Ralf Beil, Martin R. Dean, Dalia Judovitz und Thomas Zaunschirm. Preis: 20 Euro




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