KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr Juni 19th, 2009

Künstlernachlässe – zum Beispiel Herbert Benedikt

Das ist vielleicht eines der schleichenden Dramen und des Kulturverlustes. Was passiert mit einem Künstlernachlass, oder was passiert, wenn ein Künstler zu Lebzeiten erfolgreich verkauft, aber selber oder keiner Institution seinen Nachlass vermacht. Meist entsteht kein verbindliches Werkverzeichnis, meist werden die hinterlassenen Arbeiten und Papiere gelagert und irgendwann weggeworfen.

Um diesem Drama vorzubeugen, haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten Künstlerinnen und Künstler oder Archive diesem Desiderat der Kunstgeschichte gewidmet.

In Hamburg ist der Verein Forum für Künstlerische Nachlässe ins Leben gerufen worden, der Künstlerinnen und Künstlernachlässe übernimmt und aufarbeitet. Der Schwerpunkt sitzt aber mehr im Norddeutschen und erreicht damit nicht alle in fragekommenden Nachlässe.

Auch das Rheinische Archiv hat sich 2007 mit der Abteilung Rheinisches Archiv für Künstlernachlässe dieser Aufgabe gestellt. Die übernommenen Nachlässe werden im Bonner Stadtarchiv aufbewahrt und vom Verein betreut und erforscht.

Selten gelingt es einen Nachlass wie im Fall Herbert Benedikts, durch die Kunstagentur Hoffmann und die Witwe des Künstlers in Privatinitiative der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und hoffentlich so auch zu erhalten. Wie bei den beiden Institutionen sind die Privatinitiativen auf hilfreiche Hände aus dem Sammlerumfeld der Künstlerinnen und Künstler angewiesen, die ebenfalls ein Interesse am Erhalt und am zugänglich machen der Nachlässe haben.

Ganz praktisch ist nämlich ein Werkverzeichnis eines Künstlers auch gleichzusetzen mit der Wertsteigerung, weil dadurch z.B. die Echtheit, die Ausstellungstätigkeit zu Lebzeiten, die Sammlungsvertretung und die Provinienz oft viel einfacher nachgehalten werden kann. Und wenn bei den Sammlern bzw. Eigentümern der Erbfall eintritt, kann ja das Interesse an den jeweiligen Arbeiten auch ein finanzielles sein und da ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung, die oft auch in Onlinelexika oder sogar Printausgaben einfliesst sehr hilfreich.

Jedenfalls kann man jedem Künstler und jeder Künstlerin nur wünschen, dass sie vielleicht ab und zu mal an die Zeit danach denken und vielleicht schon selber Vorsorge treffen, dass ihr Werk nicht in Vergessenheit gerät.




hier kommentieren to “Künstlernachlässe – zum Beispiel Herbert Benedikt”

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.

Hinterlassen Sie eine Nachricht

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>