KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di März 17th, 2009

Die Delle im Kunsthype

Vor noch nicht mal einem Jahr waren sich die Kommentatoren noch einig, dass die Wirtschaftskrise auf den Kunstmarkt keinen Einfluss haben würde. Die Auktion von neuen Arbeiten von Damien Hirst schien zu beweisen, dass noch genug freies Geld unterwegs ist, das es erlaubt, dass ihre Besitzer Millionen für Kunst ausgeben.

Mittlerweile hat sich aber gezeigt, dass ein Heer jetzt als „gierig“ bezeichneter Investmentbanker doch wohl eine Menge des angehäuften Reichtums in Kunst gesteckt hatten.

Und jetzt sind die weg, auch jede Menge Supermegareiche sind „nur“ noch reiche Menschen (Zitat: „Das Aussterben der Milliardäre“), so dass doch wohl eine Menge des vielen Geldes in das große schwarze Loch gefallen ist.

Zeigt sich doch, dass die Kunst eigentlich lebensnotwendiger Bestandteil des menschlichen Lebens ist, aber eben nicht jeder Preis gezahlt werden kann bzw. nicht jeder Preis gerechtfertigt ist.

Spannend, dass in diesem Jahr mit der Hamburger Kunsthalle und der Bielefelder Kunsthalle zwei Häuser sich dem Phänomen 1968 und 1969 nähern und beide die epochemachenden Wirkungen von damals feststellen.

Die Bielefelder in dem sie zeigen, dass mit dem ins Zentrum rücken des Künstlers und der Elitärisierung der Kunst und des Wissens um Kunst, eben jene Ideen entstehen, in denen die Kunstsammler und Investmentbrokern dringend dazugehören wollten. Mit Geld, mit viel Geld eben. Und das die Unschuld von Flowerpower ins Rutschen geriet, als einige meinten sie wüssten am besten wos lang geht. Fanatismus und Rechthaberei haben noch nie geholfen menschliche Belange in der Balance zu halten. Die Waage auch die der Justitia ist ein gutes Beispiel, da die Ausgewogenheit, das Horizontale eben das Beste ist und nicht das oben und unten, egal ob in der Kunst, Politik, Natur oder Wirtschaft ist. Weil es für den Menschen nämlich immer auch noch ein „Du“ neben dem „Ich“ geben muss. Zwei und da gehts schon los.

Das sich in der allgemeinen Euphorie auch gut und großverdienende Künstler mit Geldgeschäften übernommen haben, verwundert daher nicht. Auch sie gehören ja manchmal zu den reichen Menschen und dass nicht nur im kreativen Sinne. Diese „Betroffenen“ sind jetzt die Kunden der Kunstpfandhäuser , die im großen Stil und mit viel Geld Kunstwerke als Sicherheit gegen bares Geld tauschen. Den Gerüchten nach soll u.a. auch die Fotografin Annie Leibovitz zu den Kunden eines Pfandhauses gehören und sogar ihre zukünftigen Arbeiten verpfändet haben. Das ist allerdings eine andere Dimension.

Mal sehen wie der Kunstmarkt und die Museumslandschaft aus der Krise kommt, ob man sich schüttelt und weiter gehts oder ob menschliche Bedürfniss und nicht die Verkaufserlöse und was mit ihnen möglich ist, zum Massstab wird. Wir sind gespannt.

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2 Kommentare to “Die Delle im Kunsthype”

Krise und Kunst und doch Vernunft – z.B. Annie Leibovitz | kunstfreunde sagte:

[…] mit ihrer wunderbaren Fotoausstellung in Berlin im C/O in Berlin zu Gast und dann sprudelten die negativen Schlagzeilen über die wohl bekannteste Fotografin der Welt Annie […]

Sa 12. September 2009 at 18:26

Ein Jahr nach was – wie fühlt sich die Branche – ein Feldversuch | kunstfreunde sagte:

[…] ein Jahr ist es her, dass mit der Wirtschaftsblase, auch das Abendland zu platzen drohte. Erst nicht, aber dann wurden […]

Fr 18. September 2009 at 22:26

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